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Tagesimpuls

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. (Mt 6,21)

11 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 6,19-23

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,
sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen!
Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Die Leuchte des Leibes ist das Auge. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Leib hell sein.
Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!

Tagesimpuls:

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. (Mt 6,21)

Ich neige dazu, den Satz andersherum zu sagen, „Wo dein Herz ist, dort ist auch dein Schatz.“ Ich hätte gedacht, dass man an den äußeren Dingen, die ein Mensch wichtig findet, also an seinen Schätzen, erkennen kann, wofür sein Herz wirklich schlägt. Aber Jesus sagt es hier umgekehrt. Das bedeutet, dass die Dinge, mit denen ich mich äußerlich beschäftige, auch mein Herz beeinflussen. Wenn ich darüber nachdenke, muss ich zugeben, dass das tatsächlich bei mir auch so ist. Ich habe diese Erfahrung schon öfter gemacht.

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Wenn ich mich mit einer Sache oft beschäftige, dann wird sie zur Gewohnheit, dann hängt immer mehr mein Herz daran. Dann beginne ich mich, damit immer mehr zu beschäftigen. So kann es zum Beispiel mit einem Hobby gehen. Wenn man nicht aufpasst, dann wird das immer wichtiger und raubt einem immer mehr Zeit. Man beginnt auch, dafür immer mehr Geld auszugeben, was einem dann an anderer Stelle fehlt.

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Bei aller Schönheit der Welt und all den schönen Beschäftigungen, denen wir nachgehen können, wir müssen am besten doch immer eine gewisse Distanz zur Welt bewahren. Wir dürfen uns nicht zu sehr in weltliche Dinge hineinsteigern, damit unser Herz nicht daran festhängt. Stattdessen brauchen wir immer wieder die aktive Übung, unser Herz an Jesus festzumachen.

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Es kann Zeiten im Leben geben, wo Jesus durch die Macht des Heiligen Geistes unser Herz ganz für sich erobert. Dann verlieren alle anderen Dinge, an denen wir vorher hingen, ihre Wichtigkeit. Das ist eine innere Befreiung, die Jesus uns schenkt. Wir kommen durch seine Gnade zu dem, was wirklich wichtig ist, und alles andere ordnet sich in die richtigen Prioritäten ein. Aber dies sind Gnadenmomente, die nicht das ganze Leben lang dauern. Im Normalfall müssen wir selbst unsere Prioritäten klar haben und dementsprechend entscheiden. Das bedeutet, dass wir unser Herz bewusst und aktiv an Gott hängen sollen, und dass wir alle anderen Dinge, auch wenn sie noch so schön sind, mit einer gewissen Distanz behandeln, damit sie nicht unsere erste Priorität verdrängen.

Gebet:

Jesus, du bist meine erste Priorität. Ich habe auch schon erlebt, wie sich andere Dinge vordrängen wollen, weil ich mich gern mit ihnen beschäftige. Hilf mir, den Weg zu finden, dass ich nichts zur ersten Priorität werden lasse, dass ich alles immer noch mit Distanz behandle, damit du den ersten Platz in meinem Leben haben kannst.

Pastor Roland Bohnen

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