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Tagesimpuls

Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. (Mk 2,3)

01 Woche im Jahreskreis Freitag

EVANGELIUM Mk 2, 1-12

1Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war.

2Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.

3Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.

4Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.

5Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!

6Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen:

7Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?

8Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen?

9Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?

10Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten:

11Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!

12Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

Tagesimpuls:

Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. (Mk 2,3)

Die Männer haben sich viel Mühe gegeben, um den Gelähmten zu Jesus zu bringen. Sie hatten Mühe damit, ihn über eine längere Strecke zu tragen, und dann noch einmal die Mühe, zu Jesus vorzudringen. Sie haben sogar riskiert, angeklagt zu werden, weil sie das Dach abgedeckt hatten. Heute würde man das Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung nennen, ich glaube kaum, dass so etwas damals anders war. Aber das alles haben sie riskiert, weil es ihnen so wichtig war, dass der Gelähmte Jesus vorgestellt werden konnte.

Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.

Unsere Erfahrung in der Beziehung zu Gott ist es, dass wir Gott immer wieder Opfer bringen, immer wieder Geschenke bringen, immer wieder unsere Mühe, unsere Anstrengung, unsere Liebe bringen, und dass Gott dieses Opfer dann annimmt und seinen Heiligen Geist, seinen Segen schenkt. Es ist wie im Alten Testament: wir Menschen bringen das Opfer, und Gott sendet vom Himmel das Feuer, um das Opfer zu verzehren.[1]

Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.

Manchmal hört man den Einwand, Jesus habe das Opfer gebracht, daher bräuchten wir keine Opfer mehr bringen. Aber ist das wirklich so? Kommt es auf unser menschliches Handeln gar nicht an? Können wir machen was wir wollen, ob wir nun beten oder nicht beten, ob wir nun unsere Mitmenschen lieben oder nicht lieben, das wäre alles egal? Die theologische Antwort darauf ist: Jesus bringt tatsächlich sein immerwährendes Opfer dar, er als das Haupt im Himmel vor dem Angesicht Gottes des Vaters, und wir hier, die wir sein Leib sind, bringen in Christus unsere Opfer dar, hier in unserem Leben. Das Haupt und der Leib bringen also gemeinsam immer wieder das Opfer unseres eigenen Lebens dar.

Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.

Was heißt das für uns ganz konkret? Es ist kein Fehler, wenn wir uns anstrengen. Es ist gut, wenn wir uns Mühe geben, zum Beispiel im Gebet, dass wir früh aufstehen, dass wir uns wirklich die Zeit zum Gebet nehmen und in der Fürbitte Menschen zu Jesus tragen, und ebenso ist es gut, dass wir uns Mühe geben, unsere mit Menschen zu lieben. All das sind unsere Opfer, und dort, wo wir uns bemühen und anstrengen, dort wird Gott seinen Segen schenken. Wenn die vier Männer sich diese Mühe nicht gemacht hätten, dann wäre der Gelähmte auch nicht geheilt worden.

Gebet:

Jesus, ich danke dir für die Erkenntnis, dass unsere Opfer wichtig sind. Ob wir uns bemühen, dich zu lieben, oder ob wir es nicht tun, das macht einen großen Unterschied. Du kannst deinen Segen dort schenken, wo wir dir unsere Opfer schenken. Jesus, hilf mir, dir großzügige Opfer zu schenken.

Pastor Roland Bohnen

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