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Tagesimpuls

Da seufzte er tief auf. (Mk 8,12)

06 Woche im Jahreskreis Montag

EVANGELIUM Mk 8, 11-13

In jener Zeit

11kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit Jesus; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen.

12Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden.

13Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.

Tagesimpuls:

Da seufzte er tief auf. (Mk 8,12)

Bei der Heilung des Taubstummen (Mk 7,34) hat Jesus auch geseufzt. Das Seufzen scheint eine Art Gebet zu sein. Paulus erwähnt das Seufzen auch als eine Art Gebetsform in Römer 8,26: „der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.“ Und im selben Zusammenhang: „auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.“ Es ist ein Seufzen, das Leid und zugleich Hoffnung ausdrückt. Das Leiden am jetzigen Zustand, verbunden mit der Hoffnung auf die neue Schöpfung, die Gott uns schenken wird.

Da seufzte er tief auf.

Hier leidet Jesus am Unglauben der Pharisäer, mehr noch, am Unglauben einer ganzen Generation. Er betet, dass ihre Ohren und ihr Geist geöffnet werden. Zugleich betet er vielleicht auch für sich, damit ihm eine Antwort geschenkt wird. Und es scheint, dass er die Antwort von Gott bekommen hat: Dieser Generation wird kein Zeichen gegeben werden.

Da seufzte er tief auf.

Was lernen wir daraus? In schwierigen Situationen, vor allem dann, wenn wir keine Antwort wissen, können wir alles seufzend zu Gott bringen. Wir legen alles in seine Hände. Wir können das mitten in einem Gespräch tun, wir müssen uns nicht zum Gebet zurückziehen. Vielleicht ist das Seufzen für uns dann auch eine gute Form des Gebets, bevor wir wieder unsere Stimme erheben und antworten.

Da seufzte er tief auf.

Ebenfalls lerne ich: Es muss nicht eine Lösung sein, die allen gefällt. Es kann auch das Kreuz sein, dass ich jetzt aushalten muss. Ich glaube zwar, dass Gott letztlich alle Probleme lösen wird, aber es kann Zeiten geben, wo ich keine Lösung sehe, wo ich den Schmerz einfach aushalten muss. Sicherlich wäre es für Jesus schöner gewesen, wenn er nun eine Antwort von Gott bekommen hätte, die die Pharisäer überzeugt und zum Glauben geführt hätte. Aber hier konnte er nur im Gebet die Spannung aushalten.

Gebet:

Jesus, ich will alle Sorgen und Spannungen im Gebet vor dich tragen. Bitte schenke mir Geduld, wenn ich keine schnelle Lösung geschenkt bekomme. Lass mich die Spannungen aushalten in der Hoffnung, dass die Welt in Geburtswehen liegt, wie Paulus sagt, und dass du doch alles zum Guten führen wirst.

Pastor Roland Bohnen

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