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Tagesimpuls

Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. (Mk 8,33)

06 Woche im Jahreskreis Donnerstag

EVANGELIUM Mk 8, 27-33

17Jesus ging mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen?

28Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten.

29Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias!

30Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen.

31Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.

32Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe.

33Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Tagesimpuls:

Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. (Mk 8,33)

Der Messias soll die Menschen vom Leid erlösen, von daher versteht Petrus nicht, dass der Messias leiden müsse. Das ist das Denken aller Menschen. Deshalb schaut Jesus alle Jünger an, bevor er dieses harte Wort an Petrus spricht. Mit dem Begriff „Satan“ weist Jesus auf eine Realität hin, die wir leicht übersehen würden. Es ist nicht nur menschlich, nicht leiden zu wollen und zu meinen, der Messias müsse nicht leiden, es ist auch ein teuflischer Gedanke. Vielleicht kann man es so beschreiben, dass der Teufel den menschlichen Gedanken verstärkt. Natürlicherweise hätte man vielleicht Angst vor dem Leiden, und der Teufel macht daraus eine unerträgliche Panik.

Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Jesus zeigt, dass wir durch Leiden zur Herrlichkeit gelangen müssen. Paulus greift das auf, denn er spricht viel vom Leiden der Christen. Auf der anderen Seite gibt es die Zeichen der Herrlichkeit Gottes schon hier in diesem Leben. Es gibt Heilungen, Wunder und Gebetserhörungen nicht nur bei Jesus, sondern auch in der Apostelgeschichte und sehr viel auch bei Paulus. Er spricht von der Verkündigung im Erweis von Geist und Kraft (1 Kor 2,4). Wir erleben also in unserem christlichen Leben das Mitleiden mit Jesus in unserem menschlichen Leiden, ganz besonders in den Märtyrern in den Christenverfolgungen, aber wir erleben auch die Zeichen der Auferstehung und der kommenden Herrlichkeit.

Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Wir verstehen nicht vollkommen den Sinn des Leidens. Es wird immer Fragen aufwerfen in unserem Leben, die wir nicht beantworten können. Aber etwas können wir verstehen. Jesu Leiden war und ist ein Beweis seiner Liebe zu uns. Leiden hat mit Liebe zu tun. Unser Leiden kann ein Beweis unserer Liebe zu ihm und zu den Menschen sein. Ich leide unter einem Menschen – ich leide für einen Menschen – und alles auch noch aus Liebe zu Gott. Sicherlich gibt es noch viel mehr zum Leiden zu sagen, und darüber hinaus noch viel mehr, was wir nicht verstehen. Aber glauben wir Jesus, glauben wir seinen Worten, dass die Ablehnung des Leids nicht nur etwas Menschliches ist, sondern auch etwas Teuflisches in sich hat. Und glauben wir dem Vorbild Jesu, dass wir unser Leid mit Liebe füllen können. Wir können wie er unser Leben aus Liebe hingeben.

Gebet:

Jesus, ich verstehe vieles nicht im Leben, aber ich vertraue dir. Du hast aus Liebe gelitten. Sende mir den Heiligen Geist, dass ich dort, wo ich leiden muss, alles mit deiner göttlichen und meiner menschlichen Liebe fülle.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org


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