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Tagesimpuls

Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. (Mt 23,3)

02 Woche der Fastenzeit Dienstag

EVANGELIUM Mt 23, 1-12

1In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger

2und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.

3Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.

4Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.

5Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang,

6bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben,

7und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi – Meister – nennen.

8Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.

9Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.

10Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

11Der Größte von euch soll euer Diener sein.

12Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Tagesimpuls:

Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. (Mt 23,3)

Dieses Evangelium ist eine Gewissenserforschung für alle Prediger. Wie leicht kann man Dinge sagen und erklären, und wie schwer ist es, sie zu befolgen! Aber auch wenn man sich seiner Schwachheit sehr bewusst ist, so muss man die Dinge doch benennen. Es kann nicht so sein wie die Mutter, die ihrem zwölfjährigen Kind erlaubt zu rauchen, weil sie selbst ja auch raucht. Ich verstehe, dass es schwer ist, ein Gebot durchzusetzen, wenn man sich selbst nicht daran hält. Aber wenn sie es dem Kind auch noch erlaubt, dann macht sie die Sache noch schlimmer.

Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.

Es gibt aus der Sache keinen Ausweg. Wir selbst müssen uns bemühen, die Gebote Jesu zu halten. Und wenn wir schwach werden, müssen wir das Bußsakrament empfangen, denn dort bekommen wir wieder neue Kraft. Wir haben im Evangelium gesehen, dass Jesus die Sünder liebt. Er hatte viel Kontakt zu Sündern. Ein Sünder, der seine Sünde eingesteht und sich bemüht um Besserung, ist für Jesus nicht so ein großes Problem wie der Pharisäer, der seine Sünde gar nicht eingesteht. Der Vorwurf Jesu an die Pharisäer ist nicht, dass sie schwach sind und die Gebote übertreten wie alle anderen auch. Der Vorwurf an sie ist, dass sie nicht umkehren.

Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.

Wenn wir also in dem Dilemma stecken, dass wir Dinge lehren, die wir selbst nicht vollkommen halten, dann gehen wir immer wieder zum Bußsakrament in die Barmherzigkeit Gottes! Wir alle sind auf dem Weg, wir alle sind noch nicht vollkommen. Aber wir wollen das Ziel erreichen, und deswegen müssen wir uns und allen dieses Ziel vor Augen stellen, am besten mit Taten, aber auch mit Worten.

Gebet:

Jesus, bitte verzeih mir meine Sünden, dass ich Dinge lehren muss, die ich selbst auch nicht immer vollkommen halte. Aber ich komme immer wieder zu dir mit meiner Schwachheit. Und ich glaube, dass du mich führen wirst, und dass wir auf dem Weg immer vollkommener werden.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org


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