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Tagesimpuls

Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. (Joh 3,5)

02 Woche der Osterzeit Montag

EVANGELIUM Joh 3, 1-8

1Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden.

2Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist.

3Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

4Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden.

5Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

6Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.

7Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.

8Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Tagesimpuls:

Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. (Joh 3,5)

Jesus meint die Taufe, denn durch die Taufe wird uns das neue göttliche Leben geschenkt. Aber die Taufe ist mehr als nur ein traditionelles Ritual. In der Taufe geschieht eine geheimnisvolle Wirklichkeit, daher betont Jesus den Geist. Wasser allein wäre ein äußerer Akt, eine äußerliche Tradition. Der Geist dagegen schenkt das, was man nur so schwer in Worte fassen kann. Daher sagt Jesus, er sei wie der Wind. Er weht, wo er will, du hörst sein Brausen, aber du kannst ihn nicht fassen. Ein anderes Bild, das Jesus für den Geist benutzt, ist das Wasser. Er ist wie eine Quelle, an der man schöpfen, die man aber nie fassen oder mitnehmen könnte.

Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Jesus und mit ihm alle, die im Neue Testament geschrieben haben, stellen einen deutlichen Unterschied fest zwischen dem alten Leben und dem neuen. Paulus spricht vom alten und neuen Menschen, vom Fleisch und vom Geist. Aber heute scheint dieser Unterschied im Leben vieler Christen kaum spürbar zu sein. Wenn man fragt, worin sich das Christsein vom alten Leben unterscheidet, würden viele vielleicht keinen großen Unterschied sehen. Fragen wir uns selbst: Worin besteht das neue Leben bei mir? Woran erkennt man, dass ich wiedergeboren bin? Wenn ich kein Christ wäre, wäre dann irgendetwas anders in meinem Leben? Es wäre auch gut, wenn wir das in Worte fassen könnten, damit wir Zeugnis geben können gegenüber den Menschen, die das noch nicht haben.

Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Wir müssen das Leben aus dem Geist immer wieder fördern. Daher schreibt Paulus: „Richtet euren Blick auf das Himmlische, nicht auf das Irdische!“ (Kol 3,2) Das tun wir vor allem durch die Sakramente, aber auch durch das Gebet, in dem wir uns immer wieder Jesus zuwenden und den Himmel, das Reich Gottes suchen. Wenn unser Leben so ausgerichtet ist, dann wird auch das Weltliche am besten gelingen. Bleiben wir möglichst in einer ständigen Verbundenheit mit Jesus, dann leben wir im neuen Leben, dann ist die Wiedergeburt in der Taufe nicht nur ein Ritual, sondern eine lebendige Wirklichkeit.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns dein neues Leben geschenkt hast. Oft falle ich leider noch in das alte zurück. Aber dagegen gibt es nur ein Mittel: Mit dir in Verbindung zu bleiben, meinen Blick immer wieder auf den Himmel auszurichten, dein Reich zuerst zu suchen. Bitte hilf mir dabei, damit das neuen Leben in mir reiche Frucht bringt.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org


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