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Tagesimpuls

Zum dritten Mal fragte Jesus ihn: Liebst du mich? (Joh 21,17)

Hl. Petrus und hl. Paulus, Apostel

Hochfest

Evangelium Joh 21, 1.15–19

In jener Zeit

1offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal,
am See von Tibérias,
und er offenbarte sich in folgender Weise.

15Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus:
Simon, Sohn des Johannes,
liebst du mich mehr als diese?
Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.
Jesus sagte zu ihm:
Weide meine Lämmer!

16Zum zweiten Mal fragte er ihn:
Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?
Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.
Jesus sagte zu ihm:
Weide meine Schafe!

17Zum dritten Mal fragte er ihn:
Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?
Da wurde Petrus traurig,
weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Liebst du mich?
Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles;
du weißt, dass ich dich liebe.
Jesus sagte zu ihm:
Weide meine Schafe!

18Amen, amen, ich sage dir:
Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtetund gingst, wohin du wolltest.
Wenn du aber alt geworden bist,
wirst du deine Hände ausstrecken
und ein anderer wird dich gürten
und dich führen, wohin du nicht willst.

19Das sagte Jesus,
um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde.
Nach diesen Worten sagte er zu ihm:
Folge mir nach!

Tagesimpuls:

Zum dritten Mal fragte Jesus ihn: Liebst du mich?
 (Joh 21,17)

Wie oft hat Jesus mich schon dasselbe gefragt? Habe ich es vernommen, habe ich es gehört? Jesus will mein Liebesbekenntnis. Er, der allmächtige Gott, kann sich dieses Bekenntnis nicht selbst geben, er macht sich von mir abhängig. Er braucht mich, damit ich diese Worte ausspreche. Wir könnten einwenden: Gott ist unendlich groß und allmächtig, er braucht mich nicht, er kann gut ohne mich leben. Das stimmt, aber Gott ist die Liebe, er hat sich entschieden, zu lieben. Und in seiner Liebe macht er sich verletzlich. Weil er mich liebt, tut es ihm weh, wenn ich ihn nicht liebe, und es macht ihn glücklich, wenn ich ihn liebe. Das ist ein großes Geheimnis. Der unendlich große Gott ist zugleich verletzlich, weil er liebt.

Zum dritten Mal fragte Jesus ihn: Liebst du mich?

So ist es immer mit der Liebe. Ich muss mich entscheiden. Entweder ich liebe, dann bin ich auch verwundbar, dann mache ich mich abhängig, oder ich liebe nicht, dann ist mir alles egal, dann bin ich wie der Stoiker, der ganz frei ist von allem, aber dann liebe ich nicht. Wer sich für die Liebe entscheidet, der entscheidet sich dafür, dass er verwundbar ist, dass andere ihm wehtun können. Zugleich ist es aber auch unser größtes Glück, es ist die Bestimmung und Erfüllung unseres Lebens.

Zum dritten Mal fragte Jesus ihn: Liebst du mich?

Jesus fragt nicht nur einmal, sondern dreimal. Wir wissen, dass das mit der dreimaligen Verleugnung zu tun hat. Es soll dem Petrus auch helfen, zu realisieren, wie schwach er ist. Aber können wir nicht noch eine weitere Bedeutung darin sehen? Soll es nicht zeigen, dass Jesus mich immer wieder fragt? Dass er nie genug bekommen kann von meinen Liebesbekenntnissen? Wie oft versprechen sich Liebende ihre Liebe? Wie oft soll man Jesus sagen: „Ich liebe dich?“ Kann man es nicht oft genug sagen? Kann er es nicht oft genug aus unserem Mund hören? Sagen wir es ihm heute, denn das gehört zu den wenigen Dingen, die Gott sich nicht selbst sagen kann. Das kann nur jeder für sich persönlich machen.

Gebet:

Jesus, ich liebe dich. Ich weiß, dass du es von mir hören willst. Ich spreche es nicht vollmundig aus, weil ich meine Schwachheit kenne. Dennoch willst du es von mir hören, und ich will es dir oft wiederholen. Bitte verzeih mir die Momente, wo ich es nicht gesagt habe, obwohl du es von mir hören wolltest, aber wo ich in eine andere Richtung gelaufen bin. Bitte stärke meine Liebe zu dir, und stärke auch meine Treue, damit ich mich nicht mehr so leicht vom Weg abbringen lasse.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org


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