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Tagesimpuls

Und er sah sie alle der Reihe nach an. (Lk 6,10)

23 Woche im Jahreskreis Montag

EVANGELIUM Lk 6, 6-11

6An einem anderen Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort saß ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war.

7Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.

8Er aber wusste, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor.

9Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen?

10Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund.

11Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.

Tagesimpuls:

Und er sah sie alle der Reihe nach an. (Lk 6,10)

Jesus sieht nicht nur den Kranken, er sieht nicht nur den, der augenscheinlich Hilfe braucht, er sieht jeden, und er will jeden retten. Jesus will auch nicht nur Kranke heilen, sondern er will „Leben retten“, wie er selbst sagt. Ihm geht es darum, dass unser Leben nicht zugrunde geht. So können wir verstehen, wie sehr er die Schriftgelehrten und Pharisäer anschaut, wie sehr er sich wünscht, sie zu retten, und wie es ihn schmerzt, dass sie zugrunde gehen.

Und er sah sie alle der Reihe nach an.

Jesus liebt den Kranken nicht mehr als die Pharisäer. Aber der Kranke hat etwas, was die anderen nicht haben, die Offenheit. Vielleicht ist das der tiefste Sinn der Krankheit, dass wir offener werden für Gott, dafür, dass er uns retten will, ganzheitlich, nicht nur die Krankheit heilen. Jesus sieht nicht nur ein Körperteil, dass nicht mehr so gut funktioniert, er sieht den ganzen Menschen, er sieht sein ewiges Schicksal, für ihn ist Rettung oder Zugrunde-Gehen die Alternative. Jesus heilt gern, das beweist das Evangelium, aber sein Ziel ist die Rettung, er will, dass wir glücklich werden.

Und er sah sie alle der Reihe nach an.

Wenn wir krank sind, dann nutzen wir das aus! Darin liegt eine große Chance. Nutzen wir die Offenheit für Gott, die er uns darin schenkt! Diese Offenheit ist – wie wir sehen – alles andere als selbstverständlich. Ich kann es aus meinem Leben bestätigen: Wenn ich krank bin, bin ich offener für Gott, für sein ganzheitliches Heilen. Wir können gerne um Heilung beten. Wir wissen, Jesus will heilen! Aber beten wir im Sinne Jesu: Beten wir um Rettung, beten wir um ganzheitliche Heilung, nicht nur für ein Körperteil! Es ist kein Widerspruch: Die Phase der Krankheit optimal zu nutzen, weil unsere Offenheit für Gott wahrscheinlich nie größer sein wird, und gleichzeitig ganzheitliche Heilung, d.h. Rettung, von Jesus zu empfangen.

Gebet:

Jesus, ich will Rettung! Ich will Rettung mehr als Heilung, aber ich weiß ja, dass das zusammengehört. Ich weiß, dass du beides schenken willst. Aber ich will mit dir den Schwerpunkt auf die ganzheitliche Rettung legen in dem, was ich erbitte. Danke, dass du in allem etwas Gutes schenkst, auch in der Krankheit. Danke, dass du durch Krankheit eine besondere Offenheit für Gott schenkst. Jesus, hilf mir, Phasen der Krankheit gut zu nutzen, damit ich innerlich gereinigt und geheilt werde.

Pastor Roland Bohnen

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