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Tagesimpuls

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er b leiben kann. (Lk 11,24)

27 Woche im Jahreskreis Freitag

EVANGELIUM Lk 11, 14-26

In jener Zeit

14trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.

15Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.

16Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.

17Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.

18Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.

19Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.

20Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

21Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher;

22wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.

23Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

24Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.

25Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft,

26dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.

Tagesimpuls:

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. (Lk 11,24)

Hier lässt Jesus keinen Zweifel daran, dass es sie gibt, die Dämonen, die unreinen Geister. Er erklärt uns sogar etwas über ihre Natur. Sie suchen Orte hier auf der Erde, wo sie bleiben können. Sie haben einen Willen, sie können Entscheidungen treffen. Sie können miteinander kommunizieren und sich zusammentun gegen uns Menschen. Dann sagt Jesus aber auch, dass sie Hierarchien haben. Es gibt tatsächlich die Möglichkeit, dass man den einen Teufel mit einem höherrangigen Teufel austreibt. Aber Jesus sagt gleichzeitig damit aus, dass ihr Reich keinen Bestand haben kann. Gott ist der Stärkere, in Jesus treibt Gott die Dämonen aus, und somit ist das Reich Gottes schon zu uns gekommen.

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann.

In Jesus ist das Reich Gottes schon bei uns angekommen. Jesus sagt nicht, dass es sich schon vollständig verwirklicht hätte. Es liegt ziemlich viel an uns, wie weit sich das Reich Gottes schon hier in unserem Leben durchsetzt. Auf jeden Fall ist es schon angekommen. Vielleicht könnte man es vergleichen mit einer sehr hohen Summe Geldes, die auf unserem Konto angekommen ist. Aber jetzt müssen wir es für die richtigen Zwecke ausgeben. Wenn wir das Geld nicht gebrauchen, dann ist das Reich Gottes zwar angekommen, aber man merkt nichts davon. So ist es leider oft in unserer Kirche und in unserem Leben.

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann.

Gott könnte die Dämonen mit einem Schlag alle vertreiben. Aber das will er nicht. Er will sie durch uns austreiben. Wir sollen aktiv werden. Wir sollen uns wehren. Dadurch wird er noch mehr verherrlicht. Und dadurch werden wir zu den Menschen, zu denen wir bestimmt sind, zu königlichen Menschen, denn diese königliche Würde haben wir in der Taufe bekommen. Wir sollen herrschen mit Christus, keine unmündigen Kinder bleiben.

Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann.

Dann bleibt uns nur noch, unseren Auftrag zu erfüllen. Am einfachsten geht das durch den Rosenkranz, durch die Gemeinschaft mit Maria. Es geht aber auch durch andere Gebete, z.B. die Litanei zum kostbarsten Blut Jesu, oder durch die Betrachtung seines Heiligsten Antlitzes. All das können die Dämonen nicht vertragen. In besonders hartnäckigen Fällen (besonders bei Sünden gegen das erste Gebot wie z.B. Magie, Okkultismus usw.) helfen Priester durch die Beichte, Segnungen und Gebete um Freiheit. Selbstverständlich müssen wir auch die Sakramente erwähnen. Durch den Empfang der Sakramente treten wir in den Schutzraum der Kirche ein. Das müsste für alle Christen eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn wir nicht im Schutz der Sakramente sind, z.B. wenn man nicht gültig verheiratet oder nicht gefirmt ist, macht man sich angreifbar, das ist wie ein Loch in der Stadtmauer, durch das der Feind eindringen kann. Daher sollten wir alles daran setzen, dass wir voll im Schutz der Sakramente der Kirche leben.

Gebet:

Jesus, ich danke dir für diese wunderbare Frohe Botschaft. Du treibst die Dämonen aus, und wir dürfen und sollen es durch dich auch tun. Du willst uns vollkommene Freiheit schenken. Ich danke dir dafür. Bitte hilf uns, mit dem Kapital gut umzugehen, das du uns geschenkt hast. Lass uns erleben, wie sehr dein Reich schon bei uns angekommen ist. Und hilf den vielen Menschen, die durch dämonische Einwirkung besonders belastet sind, den Weg in die Freiheit zu finden.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org


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