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Tagesimpuls

Damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation ger ächt wird. (Lk 11,50)

28 Woche im Jahreskreis Donnerstag

EVANGELIUM Lk 11, 47-54

In jener Zeit sprach Jesus:

47Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden.

48Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten.

49Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen,

50damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird,

51vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden.

52Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.

53Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen;

54sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen, damit er sich in seinen eigenen Worten verfange.

Tagesimpuls:

Damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird. (Lk 11,50)

Das sagt derselbe Jesus, durch dessen Blut die Welt erlöst wird, der gebetet hat: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Wenn Jesus sagt, dass die Propheten verfolgt und getötet wurden, dann denkt er sicher schon an sein Schicksal. Die Menschen tun immer dasselbe. Sie wollen die mahnende Stimme Gottes ausschalten, sei es in den Propheten, sei es im Sohn selbst.

Damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird.

Aber hier sagt Jesus nicht, dass durch dieses vergossene Blut die Welt versöhnt wird, die Sünden ausgetilgt werden. Hier sagt Jesus das Gegenteil: Das vergossene Blut wird an dieser Generation gerächt. Wie ist das zu verstehen? Ich bin ehrlich, ich finde nicht schnell eine Antwort darauf. Aber es muss einen Sinn geben, wenn Jesus das sagt. Für mich ist die einzige Erklärung: Es liegt daran, ob wir Jesus annehmen oder ablehnen. Wenn wir ihn annehmen, dann fließt sein Blut für unsere Erlösung. Wenn wir ihn ablehnen, dann wird das vergossene Blut an uns gerächt.

Damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird.

Es klingt hart, aber wir benutzen das Wort auch in unserer Sprache. Man sagt z.B., dass eine Sache sich rächt, d.h. dass aus einem Fehler negative Konsequenzen folgen, dass die Sache nicht gut gehen wird. So hat Gott die Welt geschaffen. Wenn man sich den Ast absägt, auf dem man sitzt, dann rächt sich das, dann fällt man herunter. Wenn man sich von Gott, der unsere Lebensquelle ist, trennt, dann rächt sich das, dann stirbt man. Jesus will damit sagen: Gott ist lebensnotwendig. Die Beziehung zu Jesus ist lebensnotwendig. Jesus abzulehnen ist tödlich.

Damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird.

Jesus ist vollkommen barmherzig, das wissen wir. Aber wenn ich mit Jesus nichts zu tun haben will, dann empfange ich seine Barmherzigkeit nicht. Jesus schenkt uns alles, aber ich muss es annehmen. An der Tatsache, dass wir Jesus annehmen oder ablehnen können, kommt niemand vorbei. Jeder muss sich einmal entscheiden, und diese Entscheidung bestimmt unser ewiges Heil.

Gebet:

Jesus, deine Worte sind schwer zu verstehen. Aber wenn ich es richtig verstehe, willst du uns klarmachen, wie wichtig die Entscheidung für dich ist. Ich will heute wieder Ja sagen zu dir. Ich will dich annehmen. Wenn es möglich ist, lass meine Annahme irgendwie wirksam werden für die vielen, die dich nicht annehmen. Hilf mir aber auch, meinen Mitmenschen zu bezeugen, wie wichtig es ist, dass wir an dich glauben.

Pastor Roland Bohnen

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