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Tagesimpuls

Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. (Lk 12,1)

28 Woche im Jahreskreis Freitag

EVANGELIUM Lk 12, 1-7

In jener Zeit

1strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.

2Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.

3Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.

4Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

5Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.

6Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.

7Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

Tagesimpuls:

Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. (Lk 12,1)

Hier sehen wir noch einen ganz anderen Aspekt der Lehre Jesu, der nicht oft betont wird. Wir sollen mit dem, was wir sagen, vorsichtig sein, auch wenn es wahr ist, dass wir missionarische Christen sein sollen. Wir sollen nicht nur begeistert, sondern auch klug sein. Vieles wird hinter verschlossenen Türen geschehen, wenn wir als Christen mehr verfolgt werden. Aber danach wird wieder eine Zeit kommen, wo alles öffentlich von den Dächern verkündet wird. Es gibt also Zeiten, wo wir im Geheimen den Glauben bewahren sollen, wenn das in der Öffentlichkeit nicht mehr geht.

Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.

Wenn ich z.B. an die Christen in China denke, dort ist es so. Aber ich glaube, dass es bei uns noch nicht so ist, auch wenn einiges dafür spricht, dass es einmal so kommen könnte. Auch wir müssen klug sein, auch wir müssen uns vor den Feinden hüten. Aber das darf uns nicht als Ausrede dienen, wenn wir zu faul oder zu ängstlich sind, Zeugnis zu geben. Im Gegenteil, jetzt sollen wir Zeugnis geben und beten, dass es bei uns nicht so weit kommen wird wie beispielsweise in China oder in anderen Ländern, wo der Glaube an Jesus verfolgt wird.

Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.

Wie kann das praktisch gehen? Furchtlos und tapfer, aber doch auch klug! Da wir in Deutschland eine Schlagseite haben und eher zurückhaltend sind mit der Verkündigung, meine ich, wir sollten die Vorsicht nicht übertreiben. Man muss nicht in jedes offene Messer rennen, man muss sich nicht unnötig angreifbar machen. Aber auf der anderen Seite sollen wir dankbar sein, dass wir in einem freien Land leben, in dem wir unseren Glauben weitestgehend praktizieren und ausdrücken dürfen. Diese Chancen sollen wir nutzen, solange es noch möglich ist. Zugleich sollen wir aber auch nicht zu negativ über die Zukunft denken. Bei Gott ist alles möglich. Durch unser Zeugnis und unser Gebet kann sich noch vieles ändern in unserem Land. Vielleicht gelingt uns noch die Umkehr. Wenn die Menschen aus Ninive das geschafft haben, dann können wir es auch schaffen.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns in gewissen Umständen zur Vorsicht mahnst. Du erwartest nicht von uns, dass wir ins offene Messer rennen. Ich bete heute besonders für die verfolgten Christen. Bitte segne aber auch unser Land, damit wir nicht immer mehr ins Unglück rennen, sondern dass wir umkehren und unser christlicher Glaube wieder aufblüht.

Pastor Roland Bohnen

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