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Tagesimpuls

So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht. (Mt 18,14)

02 Woche im Advent Dienstag

EVANGELIUM Mt 18, 12-14

In jener Zeit fragte Jesus seine Jünger:

12Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?

13Und wenn er es findet – amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.

14So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

Tagesimpuls:

So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht. (Mt 18,14)

Wen meint Jesus mit „den Kleinen“? Ich denke als erstes an die Kinder. Man kann auch an die Menschen denken, die nicht so sehr gebildet sind, die arm sind, die nicht so viele Möglichkeiten haben, vielleicht auch an Menschen mit Behinderung, für die der Papst das monatliche Gebetsanliegen im Dezember gewidmet hat. Der Schafsbesitzer kümmert sich besonders um diese Kleinen, er geht ihnen nach, wenn sie sich verirrt haben. Er will nicht, dass sie verlorengehen.

So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

Was die Kinder betrifft, kann man feststellen, dass sie den Verführungen der modernen Zeit am meisten ausgesetzt sind, und sie können sich am wenigsten dagegen wehren. In der Pubertät z.B. müssen die Kinder den Anschluss an eine Clique suchen, da können sie nicht gegen den Strom schwimmen. Da müssten die Eltern darauf achten, dass die Kinder in einer Gemeinschaft von Gleichaltrigen aufwachsen, die unsere gemeinsamen Werte teilen. Aber ich kenne fast keine Eltern, die darauf wertlegen. Die Kinder gehen in die Schule und machen alles mit, was alle machen. Und ich kenne kaum Eltern, die Wert darauf legen, dass ihre Kinder in eine christliche Jugendgruppe gehen oder wenigstens im Sommer mal an einem christlichen Jugendcamp teilnehmen. Das Bewusstsein der Eltern ist nicht vorhanden, dass wir die Kinder vor den Verführungen schützen müssen. Das, wozu die Kinder verführt werden, finden die Eltern und wir alle völlig normal. Wir finden uns damit ab, ohne die Folgen zu bedenken. Dazu kommt, dass viele Beziehungen der Eltern getrennt sind, und dann werden neue Beziehungen eingegangen, und jedes Mal steht die Sexualität an erster Stelle, weil das ja „normal“ ist. Wie sollen die Kinder dann etwas anderes lernen? Und wenn zwei Fünfzehnjährige dann sexuelle Erfahrungen „sammeln“, dann finden das alle Erwachsenen auch normal.

So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

Ich muss darauf achten, dass ich nicht resigniere, nicht nur wegen der Verführungen, sondern wegen der Ignoranz der Erwachsenen, die so gar nichts gegen die Verführungen unternehmen wollen. Wahrscheinlich müssen wir ansetzen bei der Beziehung zu Jesus. Wir alle brauchen eine tiefere Beziehung zu ihm. Er muss uns die Weisheit schenken, dass wir erkennen, was wir tun können, was die ersten Schritte sind, die wir gehen können, um sinnvoll und effektiv gegen den Strom zu schwimmen und wenigstens einige von den Kleinen vor den Verführungen bewahren zu können.

Gebet:

Jesus, wir brauchen dich so dringend! Bitte verzeih uns, wenn wir durch unsere Untätigkeit mit dazu beigetragen haben, dass so viele der Kleinen verführt werden! Bitte zeige uns, was wir tun können, damit christliche Jugendgruppen entstehen, in denen die Kinder unter Gleichaltrigen deine Werte kennenlernen und leben lernen können.

Pastor Roland Bohnen

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