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Tagesimpuls

Die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und er sticken es. (Mk 4,19)

03 Woche im Jahreskreis Mittwoch

EVANGELIUM Mk 4, 1-20

In jener Zeit

1lehrte Jesus wiederum einmal am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer.

2Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen:

3Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.

4Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.

5Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;

6als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.

7Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht.

8Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.

9Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!

10Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse.

11Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt;

12denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird.

13Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen?

14Der Sämann sät das Wort.

15Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde.

16Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fällt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf;

17aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall.

18Bei anderen fällt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar,

19aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht.

20Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesät, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.

Tagesimpuls:

Die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es. (Mk 4,19)

Wenn ich mich frage, mit welchem der drei ersten Fälle ich mich am besten identifizieren kann, dann ist es der dritte. Natürlich gibt es in mir auch die anderen Fälle, den ersten, den ich als Oberflächlichkeit bezeichnen würde, und natürlich den vierten, wo das Wort in mir reiche Frucht bringt. Beim zweiten finde ich mich nicht so wieder, da denke ich an Christenverfolgung. Da würde ich vielleicht manche Jugendliche sehen, die sich nicht trauen, zu ihrem Glauben zu stehen, weil sie Angst haben, „gemobbt“ zu werden. Aber der dritte Fall, das sind die Sorgen, die mit dem Wohlstand offensichtlich nicht geringer, sondern mehr werden, und der Wohlstand an sich, die Gier – auch wenn das sehr negativ klingt – das ist das Begehren nach weltlichen Dingen und Freuden.

Die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es.

Die Formulierung Jesu klingt wirklich hart, und mancher, der sich nicht selbst prüfen will, wird schnell und oberflächlich darüber hinweggehen und von sich annehmen: „Nein, so schlecht bin ich nicht.“ Aber denken wir über die vielen Ablenkungen nach, die uns von Jesus wegziehen. Ich meine nicht, dass wir grundsätzlich und vollkommen von Jesus abgelenkt werden. Aber wenn der Tag 24 Stunden hat, wie lange sind wir dann bei Jesus, und wie oft werden wir abgelenkt durch weltliche Dinge? Man könnte einwenden, dass man nicht immer an Jesus denken kann, obwohl z.B. die Staretze aus dem Osten das immerwährende Jesusgebet geübt haben. Sie wollten nicht von Jesus abgelenkt werden. Paulus muss das auch gekannt haben, wenn er empfiehlt: „Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17) Und ehrlich gesagt, könnte man nicht alles mit Jesus gemeinsam machen, auch die weltlichen Dinge? Und mit Maria?

Die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es.

Sind die weltlichen Dinge die Aufgabenfelder, die ich mit Jesus gemeinsam mache, die Prüfungen, die er mir aufgibt, damit ich in Glaube, Hoffnung und Liebe wachse? Oder sind es Ablenkungen, die mich von Jesus wegführen? Jesus sagt: „Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ (Mt 6,21) Wenn ich zu wenig an Jesus denke und mich oft von anderen Dingen treiben lasse, und ehrlich gesagt, auch von anderen Begehren, Begierden und Wünschen, dann ist Jesus noch nicht so mein Schatz, wie es sein könnte und sein sollte.

Die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es.

Was können wir tun? Immer wieder umkehren und beichten! Die Sehnsucht in uns fördern, das er unser einziger Schatz sei! Den Heiligen Geist erbitten, dass er dies in uns bewirken möge! Für Menschen ist es nicht möglich, aber für Gott ist alles möglich (vgl. Mk 10,27).

Gebet:

Jesus, ich sehne mich danach, dass du mein größter Schatz bist, dass ich mich nicht von anderen Wünschen und Begierden ablenken lasse. Hilf mir auch, dass ich mir keine Sorgen mache, sondern dir immer mehr vertraue. Ich erkenne meine eigene Unfähigkeit, das zu bewirken, aber du kannst es in mir vollbringen. Bitte schenke mir deinen Heiligen Geist. Du allein bist mein Schatz, den ich begehre.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org


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