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Tagesimpuls

Ich will – werde rein! (Mk 1,41)

06 Sonntag im Jahreskreis

Evangelium Mk 1, 40–45

In jener Zeit
40 kam ein Aussätziger zu Jesus
und bat ihn um Hilfe;
er fiel vor ihm auf die Knie
und sagte: Wenn du willst,
kannst du mich rein machen.
41Jesus hatte Mitleid mit ihm;
er streckte die Hand aus,
berührte ihn
und sagte: Ich will – werde rein!
42Sogleich verschwand der Aussatz
und der Mann war rein.
43Jesus schickte ihn weg,
wies ihn streng an
44 und sagte zu ihm:
Sieh, dass du niemandem etwas sagst,
sondern geh, zeig dich dem Priester
und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat –
ihnen zum Zeugnis.
45Der Mann aber ging weg
und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war;
er verbreitete die Geschichte,
sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte;
er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.
Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

Tagesimpuls:

Ich will – werde rein! (Mk 1,41)

Hier wird nicht nur der Aussatz geheilt, sondern auch die Beziehung zu Gott – und die Beziehung zu den Mitmenschen, denn der Aussätzige zeigt sich den Priestern, die ihn offiziell für gesund erklären müssen, damit er zu seiner Familie in sein Dorf zurückkehren darf. Und darüber hinaus verkündet er seine Heilung bei jeder Gelegenheit. Auch das spricht für eine gelingende Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen, mit denen er zuvor nicht ins Gespräch kommen durfte aufgrund seines Aussatzes.

Ich will – werde rein!

Aber die Beziehung zu Gott wird auch geheilt! – Will Gott heilen? Oder will Gott, dass wir leiden? Für uns Christen ist das schwer, auseinanderzuhalten. Jesus sagt, wir sollen unser Kreuz tragen, und das sagte er mehrfach, weil wir Jünger uns damit so schwer tun. Aber bedeutet das wirklich, dass Gott unser Leiden will? Es ist schwer zu verstehen und scheint widersprüchlich. Aber Jesus sagt es sehr deutlich:

Ich will – werde rein!

Wir sollen daran glauben, dass Jesus den Himmel zu uns bringen will. Im Himmel gibt es kein Leid mehr. Daher bringt Jesus uns Heilung, und das ist der Wille Gottes, das stellt er ganz klar. Aber zwischen unseren Gebeten und der Erhörung gibt es meist eine Verzögerung. Das ist die Zeit, in der wir glauben sollen, was wir noch nicht sehen. In dieser Zeit tragen wir das Kreuz, genauso wie Jesus das Kreuz getragen hat, bevor er auferstanden ist. Wir durchlaufen wie Jesus den Karfreitag und den Karsamstag, um mit ihm zur Auferstehung zu gelangen.

Ich will – werde rein!

Also: Gott will heilen, und wir dürfen nicht resignieren, wir dürfen uns vom Unglauben nicht überwältigen lassen. Ich glaube, dass Gott viel mehr in unserem Leben heilen will. Wir sollen im Glauben wachsen, damit wir mehr Lichtblicke des Himmels erleben werden. Meine eigene Sehnsucht ist so groß, dass ich mich nicht zufrieden geben kann mit den Zeichen des Himmels, die Gott mir schon geschenkt hat. Ich habe Sehnsucht nach viel mehr, und ich glaube (und hoffe), dass es dem Willen Gottes entspricht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott wollen könnte, dass sich sein Reich nur sehr schwach hier auf der Erde abbildet. Jesus hat uns zu beten gelehrt: „Dein Reich komme!“ Dann muss es doch seinem Willen entsprechen, wenn wir diese große Sehnsucht danach haben. Ich will mich nicht mit dem falschen Denken abfinden, dass Gott nicht heilen wollte, und dass meine Sehnsucht nach mehr Heilszeichen in unserer Welt falsch wäre.

Gebet:

Jesus, du willst heilen, das hast du gesagt. Wenn wir so wenige Heilungen erleben, dann kann es nicht an dir liegen, sondern an mir, weil ich so häufig resigniere, mich mit dem Zustand abfinde, weil ich noch so wenig Glauben habe. Jesus, stärke meinen Glauben und zeige mir, was ich tun kann, damit mein Glaube wächst.

Pastor Roland Bohnen

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