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Tagesimpuls

Und er verließ sie. (Mk 8,11)

06 Woche im Jahreskreis Montag

EVANGELIUM Mk 8, 11-13

In jener Zeit

11kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit Jesus; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen.

12Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden.

13Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.

Tagesimpuls:

Und er verließ sie. (Mk 8,11)

Meistens erleben wir Jesus als sehr geduldig. Er spricht und diskutiert mit den Pharisäern, wo wir vielleicht schon längst abgeblockt und resigniert hätten. Aber hier reicht es ihm auch, hier spricht er nicht mehr weiter und zieht sich zurück. Wo Jesus schon so viele Zeichen getan hat, wie kann man da noch ein Zeichen fordern? Und wer die anderen Zeichen, die Jesus schon gewirkt hatte, nicht erkennt und anerkennt, was soll dem denn ein weiteres Zeichen von Jesus nützen? Er wird es auch wieder nicht anerkennen. Und das Gericht über ihm wird umso schlimmer, je mehr Zeichen er gesehen und abgelehnt hat. Das hat Jesus einmal in Bezug auf manche Ortschaften gesagt, in denen er viele Zeichen gewirkt hatte. (Mt 11,20-24) Also verschont Jesus die Pharisäer sogar in gewissem Sinne vor einem noch schlimmeren Gericht Gottes.

Und er verließ sie.

Wir können von Jesus lernen. Wir sollen unsere Feinde lieben. Wir sollen nicht so schnell aufgeben. Wir sollen mit den Menschen sprechen, auch wenn sie unsere Botschaft ablehnen. Aber es gibt auch Situationen, wo wir uns nicht länger an den Fragen und an der Kritik aufhalten sollen. Es muss auch mal Schluss sein mit den Diskussionen. Wir können unsere Zeit nicht verschwenden an Menschen, die sowieso nicht glauben wollen. Dann dürfen wir uns auch guten Gewissens zurückziehen.

Und er verließ sie.

Ich wäre aber vorsichtig. Ich glaube, dass wir in unserer Kirche in Deutschland eher viel zu wenig missionarisch sind. Wir ziehen uns viel zu viel zurück und resignieren und denken, Gespräche hätten sowieso keinen Zweck. Wir müssen erst mal missionarisch werden, die Verlorenen suchen, auch mit den Hartnäckigen reden und sie nicht so schnell aufgeben. Wenn wir das wirklich tun, dann können wir auch an den Punkt kommen, an den Jesus hier kam. Dann können wir auch manchmal entscheiden, nicht noch mehr Zeit aufzuwenden für Menschen, bei denen es zurzeit nicht dran zu sein scheint.

Gebet:

Jesus, hilf uns, zu erkennen, wann wir Menschen nicht aufgeben dürfen, aber auch, wo wir uns zurückziehen sollen von Menschen, die uns nur unsere Kraft rauben. Aber die Hauptsache ist: Bitte hilf uns, dass wir missionarisch werden, dass wir den Verlorenen nachgehen, dass wir ansprechbar sind für die Fragen der Menschen.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org


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