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Tagesimpuls

Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die v on dem einen Gott kommt? (Joh 5,44)

04 Woche der Fastenzeit Donnerstag

EVANGELIUM Joh 5, 31-47

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden:

31Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig;

32ein anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig.

33Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt.

34Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet.

35Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen.

36Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat.

37Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen,

38und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.

39Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab.

40Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben.

41Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen.

42Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt.

43Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen.

44Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?

45Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.

46Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben.

47Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

Tagesimpuls:

Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? (Joh 5,44)

Man soll nicht darauf hören, was die Menschen sagen, sondern Gott-Vater, Jesus und der Heilige Geist geben selbst uns das Zeugnis über Gott, das wir brauchen, um zu glauben. Selbst, was Johannes der Täufer über Jesus sagt, relativiert Jesus. Ihm geht es jetzt um das Zeugnis, das Gott selbst uns gibt.

Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?

Jesus erklärt, worin das göttliche Zeugnis besteht: In der Reihenfolge, wie Jesus es erwähnt, sind es zuerst die Werke, die Jesus vollbringt. Damit meint er die Wunder, die Machttaten, deren Krönung seine Auferstehung ist. Dann ist es aber auch der Vater selbst, der Jesus bezeugt. Ein wunderbarer Beweis dafür ist z.B. das Messiasbekenntnis des Petrus in Mt 16,18, wo Jesus antwortet: „Nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ Darüber hinaus bezeugt Gott Jesus in den Heiligen Schriften. Stellvertretend für alle nennt Jesus Mose, der die ungläubigen Juden einmal anklagen wird, weil sie nicht geglaubt haben, obwohl sie hätten glauben können.

Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?

Sehr viele Menschen bekommen ihr einziges Zeugnis über die Kirche und über Jesus durch die Medien. Sie haben keine persönliche Berührung mit lebendigen Christen und mit dem lebendigen Christus. Aber das, was die Menschen dort über Jesus und die Kirche sagen, kann man nicht gebrauchen. Es wird so viel Negatives berichtet. Wir brauchen eine persönliche Gotteserfahrung. Ich denke an das Wort Karl Rahners: „Der Christ der Zukunft wird Mystiker sein, oder er wird nicht sein.“ Gott bezeugt sich persönlich. Wir brauchen eine direkte Gotteserfahrung, und die schenkt Gott. Daher sollen wir dies auch vor allem bezeugen. Wir müssen den Menschen sagen, dass sie selbst Gott erfahren können, dass Gott selbst zu ihnen sprechen will.

Gebet:

Jesus, du betonst, dass wir nicht so sehr auf die Menschen, sondern auf Gott selbst hören sollen. Selbstverständlich sprichst du durch die Kirche, denn die Kirche bezeugt dich. Bitte lass es geschehen wie bei der Frau am Jakobsbrunnen*. Zunächst haben die Samariter geglaubt, weil die Frau dich bezeugt hatte. Aber dann durften sie ihre eigenen persönlichen Erfahrungen mit dir machen, und das war viel tiefer. Sie haben nicht mehr nur auf Grund des Zeugnisses der Frau geglaubt.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org


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