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Tagesimpuls

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat. (Mk 2,28)

09 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 2,23-28.3,1-6.

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt.
Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten,
wie er zur Zeit des Hohepriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus sagte zu ihnen: Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.
Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.
Als er wieder in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand wurde wiederhergestellt.
Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

Tagesimpuls:

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat. (Mk 2,28)

Es geht im Evangelium nur vordergründig um das Sabbatgebot. Über das Sabbatgebot kann man diskutieren, so wie über alle Gebote, und man muss es auch. Auch wenn die Gebote noch so sinnvoll sind, so wird es immer Ausnahmen geben, wie z.B. der Ehemann, der seine hochschwangere Frau nachts ins Krankenhaus bringt und dabei eine rote Ampel überfährt. Oder man spricht über das Gebot „du sollst nicht töten“, aber dann diskutiert man über das Thema Notwehr. Es macht also auf jeden Fall Sinn, darüber zu sprechen, wieso man Gebote halten muss, es aber trotzdem Ausnahmen geben kann.

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Aber wie gesagt, steht dieses Thema nur im Vordergrund. Im Hintergrund steht ein ganz anderes Thema: Die Gottessohnschaft Jesu. Jesus ist nicht nur ein Rabbi, ein Gesetzeslehrer, der eine bestimmte Ansicht über das Leben der Gebote vertritt. Er ist Gott, von dem alle Gebote ausgehen. Er weiß, wozu die Gebote geschaffen sind, denn er hat sie selbst gegeben: nämlich für den Menschen, damit es uns gutgeht. Gott braucht keine Gebotserfüllung unsererseits, wir brauchen das. Wenn er die Gebote erlassen hat, dann ist er auch der Einzige, der sie ändern kann. Jesus schafft ein Neues Testament, einen neuen Bund. Er hebt das alte auf und schafft eine neue Ordnung. Das kann nur Gott. Wenn Jesus Herr über den Sabbat ist, dann sagt er damit indirekt, dass er Gott ist. Das verstehen die Pharisäer, und darüber sind sie verärgert. Sie halten das für Blasphemie, denn sie glauben nicht an Jesus.

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Um seine Glaubwürdigkeit als Gottes Sohn unter Beweis zu stellen, wirkt Jesus Wunder. Diese Zeichen sollen den Menschen klarmachen, das er nicht nur ein normaler Mensch ist, sondern Gott und Mensch in einer Person. Und wir sind aufgefordert, an ihn zu glauben. Die neuen Gebote sind besser als die alten, denn die neuen haben nur noch ein Ziel, unsere Liebesbeziehung zu Jesus und zu unseren Mitmenschen zu fördern.

Gebet:

Jesus, ich liebe dich. Du bist mein Herr und mein Gott. Ich glaube fest an dich. Bitte hilf mir, mein Leben nach deinen neuen göttlichen Geboten zu gestalten. Befreie mich von allen Versuchungen, die mich von der Gemeinschaft mit dir abbringen wollen. Gib, dass unser Bund fest ist, und dass er in der Eucharistie immer neu gefestigt wird.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

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Eine Antwort auf „Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat. (Mk 2,28)“

Jesus, das damalige tägliche Leben war nicht einfach und wurde zusätzlich durch  viele Gebote und Verbote erschwert. Diese zusätzlich auferlegte Gesetzgebung “verblendete” dem Volk die “wahre Sicht” auf die von Mose überlieferte 10 Gebote. Durch diese Situation ihres Lebens, sind die Pharisäer selbst sehr “hartherzig” gegenüber ihre Mitmenschen geworden ohne zu bemerken, wie sehr sie sich von den ursprünglichen Weisungen Gottes selbst entfernt haben.
Denn die Pharisäer erkennen nicht mal den Sinn deiner einfachen banalen Frage… so verblendet und hartherzig sind sie geworden. Denn auf die Frage ; “Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten?” wusste niemand eine Antwort.  Doch jeder würde am Sabbat den Ochsen aus der Grube ziehen  bevor er sterben würde.
Hl.SCHUTZENGEL  bitte hilf mir immerwieder in  meinem Alltag die Gewichtung der göttlichen Gebote zu erkennen und sie zu schätzen.

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