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Tagesimpuls

Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. (Mt 5,28)

10 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,27-32

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

Tagesimpuls:

Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. (Mt 5,28)

In der älteren Übersetzung war es treffender formuliert. Da hieß es, „wer eine Frau lüstern ansieht“. Das Begehren meint zwar das gleiche, aber da könnte man sich herausreden und denken: Ich sehe sie nur lüstern an, aber ich begehre sie nicht. Bei tiefem Hinschauen macht dieser Standpunkt keinen Sinn, denn das Lüstern ist ein innerliches Haben-Wollen. Es ist das Wollen von sexuellen Gefühlen ohne den Kontext der Liebe und dem damit verbundenen Mitwirken an der Schöpfung Gottes durch die Zeugung von Leben. Lüsternheit ist die Trennung von Sexualität und Fruchtbarkeit, die in unserer Gesellschaft zu einem so großen Verhängnis geworden ist.

Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

In den Augen Jesu hat Sexualität ausschließlich ihren Platz innerhalb einer legitimen Ehe, wo die Weitergabe des Lebens gewährleistet ist. Das heißt, solange wir nicht in einer legitimen Ehe leben, entspricht die sexuelle Aktivität nicht unserer Berufung und wirkt sich dementsprechend zerstörerisch aus, auch wenn viele das noch nicht erkennen, oder vielleicht nie erkennen werden.

Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Jesus klagt nicht nur den Ehebruch an, sondern schon die kleinsten Vorstufen wie das lüsterne Schauen. Mit dieser scheinbaren Strenge macht es Jesus uns aber in Wirklichkeit leichter. Wenn wir den kleinen Versuchungen widerstehen, dann fällt es uns leichter, in unserer Berufung zu leben. Es ist, wie wenn man freihändig mit dem Rad fährt. Wenn man schnell fährt, ist es leichter. Schon den allerkleinsten Versuchungen zu widerstehen, gibt uns Schwung. Dann läuft alles besser. Wenn man sich dagegen erst auf die Rutschbahn setzt und dann irgendwann auf halbem Weg bremsen muss, ist das viel schwerer. Dann setzt man sich doch besser erst gar nicht auf die Rutschbahn drauf. Das ist gemeint, wenn Jesus sagt, dass wir auch schon den kleinen Versuchungen, die in unseren Blicken liegen, widerstehen sollen.

Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Ein Leben ohne Versuchungen gibt es nicht. Die Tatsache, das es nicht immer leicht ist, ist nicht ein Zeichen dafür, dass wir auf dem falschen Weg wären. Eheleute können versucht werden, und Menschen, die nicht in einer Ehe leben, werden auch versucht. Aber wie gesagt: Der leichteste Weg, den Versuchungen zu widerstehen, ist, wenn man sie schon im Keim erstickt. Ohne viel Gebet und ohne das Leben aus den Sakramenten wird uns dies nur schwerlich gelingen.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns Freiheit schenkst, vor allem durch die Beichte. Bitte hilf uns, dass wir den Versuchungen widerstehen und so ein gutes Vorbild für unsere Welt sein können. Hilf auch unseren Mitmenschen, vor allen auch unseren Familienangehörigen und guten Freunden, dass sie Freiheit finden von falschen sexuellen Bindungen.

Pastor Roland Bohnen

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Eine Antwort auf „Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. (Mt 5,28)“

Danke für diesen , wie immer mutigen Kommentar. Obwohl ich sehr schlechte Erfahrungen
mit meiner selbstgewählten freien Sexualität gemacht habe und viele Wunden noch der
Heilung bedürfen , fällt es mir schwer bei jungen Menschen dazu etwas im Sinne Jesu zu sagen.
Umso mehr freue ich mich , daß es doch mittlerweile wieder einige Priester gibt , die sich nicht scheuen in der Liebe die Wahrheit zu sagen.
Vergelts Gott

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