- Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand a b und es entsteht ein noch größerer Riss. (Mk 2,21)von Pastor Roland Bohnen02 Woche im Jahreskreis Montag Aus dem heiligen Evangelium nach Markus Mk 2, 18–22 Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann werden sie fasten, an jenem Tag. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren und die Schläuche sind unbrauchbar. Junger Wein gehört in neue Schläuche. Tagesimpuls Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss. (Mk 2,21) Wenn der Bräutigam gekommen ist, können wir nicht die alte Religion weiter praktizieren. Natürlich ist unsere Beziehung zu Jesus auch eine Religion in dem Sinne, dass wir menschliche Ausdruckseisen brauchen, um Jesus unsere Liebe zu zeigen. Jede Religion hat menschliche Ausdrucksweisen. Dazu zählen z.B. Gebete, Weihrauch, Kerzen, und eben auch Fasten. Nun finden sich all diese menschlichen Ausdrucksweisen, die in den verschiedensten Religionen praktiziert werden, auch im Christentum wieder. Daher könnte man – von außen betrachtet – meinen, dass das Christentum nichts anderes ist als eine Religion unter vielen. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Der Unterschied zu den anderen Religionen besteht darin, dass wir Christen nicht nur menschliche Formen der Gottsuche oder der Gottesverehrung praktizieren. Wir glauben, dass Gott selbst zu uns gekommen ist, um sich zu offenbaren und uns zu erlösen. Er ist der Bräutigam, der sich mit uns in Liebe verbinden will. Wenn wir eine menschliche Ausdrucksform (wie z.B. Beten oder Fasten) praktizieren, dann dient das allein dazu, die Liebesbeziehung zum Bräutigam auszudrücken und zu vertiefen. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Jesus sagt, wir leben in einer Zeit, in der uns der Bräutigam genommen ist. Daher sollen wir fasten. Wir fasten, damit der Bräutigam uns nah ist, damit die Verbindung nicht reißt oder damit sie wiederhergestellt wird. Wir fasten, weil wir das Weltliche loslassen wollen, damit er in uns Platz finden kann. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss. Es fällt den Menschen unterschiedlich schwer, zu fasten. Aber jeder kann damit beginnen, auf etwas zu verzichten, damit Jesus mehr Raum in uns bekommt. Gebet: Jesus, ich will dir Raum geben. Ich danke dir, dass du dich als der Bräutigam bezeichnest. Das zeigt mir, wie sehr du mich liebst und wie sehr es dir um die Liebe geht. Deine Liebe will ich erwidern, indem ich auf Weltliches verzichte. Pastor Roland Bohnen www.tagesimpuls.org Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de
- Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. (Joh 1,34)von Pastor Roland Bohnen02 Sonntag im Jahreskreis Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes Joh 1, 29–34 In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. Tagesimpuls Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. (Joh 1,34) Johannes spricht viel von inneren Erfahrungen. Das klingt sehr glaubwürdig, zumindest für Menschen, die daran glauben, dass es innere Erfahrungen gibt, bei denen man von Gott berührt wird. Man kann auch von inneren Eingebungen sprechen. Manchmal sind diese Eingebungen eher bildhaft, manchmal eher worthaft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. Ungläubige würden das gesamte Geschehen auf innerpsychische Vorgänge reduzieren. Sie sagen, dass religiöse Menschen sich so etwas einbilden. Diesen kritischen Einwand muss man immer auch berücksichtigen. Es gibt religiöse Einbildungen. Aber die Tatsache, dass Menschen sich etwas einbilden können, was nicht von Gott kommt, widerlegt nicht die Tatsache, dass unser Geist die Kommunikationsschnittstelle mit Gott ist. Gott spricht zu uns durch unseren Geist. Dass es darüber hinaus auch eingebildete oder sogar krankhafte Dinge gibt, ist richtig. Aber Gott kann trotzdem zu uns sprechen. Wir müssen die Vorgänge in uns unterscheiden. In der Tradition der Kirche nennen wir das Unterscheidung der Geister. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. Johannes hat Jesus durch eine innere Eingebung erkannt. Er sagt: „Auch ich kannte ihn nicht.“ Es ist schwer zu verstehen, dass er ihn nicht kannte, wenn doch Maria seine Mutter besucht hatte, als Jesus und er noch nicht geboren waren. Sollen die Familien danach den Kontakt denn vollkommen abgebrochen haben? Könnte Johannes nicht eher ausdrücken wollen, dass er Jesus zwar menschlich gekannt hatte, aber nicht als den Messias? Dass also eine innere Eingebung Johannes klar gemacht hat, wer Jesus wirklich ist, und dass er es ist, der kommen sollte? Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. Wenn es so ist, dann können wir feststellen, dass es uns allen so geht. Natürlich haben die meisten von uns Jesus schon früher gekannt. Aber irgendwann gab es einen Moment, wo wir Jesus richtig erkannt haben durch das Wirken des Heiligen Geistes. Ich könnte von mir auch sagen, dass ich Jesus früher nicht kannte, obwohl ich getauft war, zur Kommunion gegangen bin und gefirmt wurde. Wer Jesus richtig kennenlernt, der lernt ihn durch eine innere Eingebung kennen, so wie Johannes der Täufer. Der Heilige Geist in uns zeigt uns, wer Jesus wirklich ist. Gebet: Jesus, ich danke dir, dass ich dich kennenlernen durfte! Der Heilige Geist hat mir gezeigt, wer du wirklich bist. Durch den Heiligen Geist habe ich eine persönliche Beziehung zu dir bekommen. Früher habe ich dich nur durch Erzählungen aus der Bibel und von anderen Menschen gekannt, aber ich wusste nicht, dass du lebendig bist. Heute möchte ich diese Erfahrung an viele Menschen weitergeben. Bitte öffne die Herzen, dass die Menschen dich kennenlernen. Pastor Roland Bohnen www.tagesimpuls.org Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de
- Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! (Mk 2,5)von Pastor Roland Bohnen01 Woche im Jahreskreis Freitag Aus dem heiligen Evangelium nach Markus Mk 2, 1–12 Als Jesus wieder nach Kafarnaum hineinging, wurde bekannt, dass er im Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort. Da brachte man einen Gelähmten zu ihm, von vier Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Liege durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten in ihrem Herzen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott? Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben! oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Liege und geh umher? Damit ihr aber erkennt, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben – sagte er zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Liege und geh nach Hause! Er stand sofort auf, nahm seine Liege und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle in Staunen; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen. Tagesimpuls Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! (Mk 2,5) Hier offenbart Jesus eindeutig seine Gottheit. Die Schriftgelehrten haben es genau erkannt. Nur Gott kann Sünden vergeben. Nur Gott kann und darf so etwas sagen. Wenn ein Mensch das sagen würde, wäre es tatsächlich Gotteslästerung, es sei denn, er ist Gott oder er sagte es im Auftrag Gottes, wie z.B. der Priester bei der Lossprechung. Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Jesus zeigt hier auch, worauf es ihm eigentlich ankommt. Er will die Seelen der Menschen retten. Sünden trennen von Gott und führen dazu, dass der Mensch verlorengeht. Vergebung führt wieder zurück zu Gott. Wenn es gestern hieß, dass Jesus Mitleid hat, dann bezieht sich das auf beides, das körperliche Leid, aber noch mehr auf das seelische. Jesus will uns von und innen und von außen heil machen. Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Wenn wir Mitleid mit Menschen haben, dann können wir uns ebenfalls fragen: Was ist schlimmer, das seelische und moralische Leid oder das körperliche? Wenn jemand z.B. krank ist und liebevolle Menschen um sich hat, oder wenn jemand unter Bosheit und Ungerechtigkeit leidet? Ich finde, die Sünde ist schlimmer als das körperliche Leid. Aber wie dem auch sei, Jesus will uns von beidem erlösen. Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Das heilende Wort konnte Jesus erst sprechen, als er ihren Glauben sah. Das ist ein wichtiger Punkt. Wir können für andere beten, und wir können selbst zu Jesus kommen, um Erlösung zu empfangen. Aber jeder muss auch selbst wollen und selbst glauben. Wenn wir mit Glauben zu Jesus kommen, kann er das Wort sprechen, dass uns Heil bringt. Gebet: Jesus, wir kommen mit Glauben zu dir. Wir glauben, dass du Leib und Seele heilen kannst und bitten dich, Ströme der Heilung freizusetzen. Gib, dass dein Reich in uns wächst, dass wir mehr Heilung und innere Freiheit geschenkt bekommen. Pastor Roland Bohnen www.tagesimpuls.org Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de
- Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war. (Mk 1,45)von Pastor Roland Bohnen01 Woche im Jahreskreis Donnerstag Aus dem heiligen Evangelium nach Markus Mk 1, 40–45 In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein! Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an und sagte zu ihm: Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis. Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm. Tagesimpuls Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war. (Mk 1,45) Jesus hatte schon viele geheilt, wie wir im gestrigen Evangelium erfahren konnten. Und doch wird diese eine Heilung des Aussätzigen als etwas sehr Ungewöhnliches dargestellt, von der der Geheilte überall verkündet. Und dieses Erzählen führt dazu, dass Jesus sich nirgendwo mehr zeigen konnte. Vielleicht waren die vorherigen Heilungen am Haus von Simon noch mehr im Verborgenen geschehen. Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war. Ich denke, dass es heute ähnlich ist. Es gibt viele Heilungen, die Jesus wirkt, und manches davon ist eindeutig ein Wunder, bei manchem könnten Skeptiker vielleicht sagen, dass es Zufall war. Aber alles in allem erregt es keine große öffentliche Aufmerksamkeit. Es gibt viele Heiliger und viele Heilsangebote. In der Regel scheinen die Menschen eher nicht-christliche Heilsangebote aufzusuchen als dass sie zu Jesus kämen. Aber es könnte auch heute jederzeit geschehen, dass ein besonders kraftvolles Zeugnis einmal die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt. Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war. Jesus will demonstrieren: Dort, wo er hinkommt, geschieht Heil! Das Böse, das Unheil, kommt immer vom Teufel, das Heil dagegen kommt von Gott. Jesus will aber nicht nur die Heilung, er will, dass wir das auch verstehen. Wenn der Kranke noch unsicher ist, ob Gott wirklich das Heil will, wenn er daran zweifelt und befürchtet, dass Gott vielleicht seine Krankheit wollen könnte, dann will Jesus das ganz klarstellen: Gott hat Mitleid, Gott will Heil. Es gibt hier nur die eine Frage: Wie weit können wir mit Gottes Hilfe die Einflusssphäre des Teufels zurückdrängen und den Einflussbereich Gottes wieder vergrößern? Solange das Böse herrscht, gibt es Unheil, sobald Jesus kommt und aufgenommen wird, kommt das Reich Gottes, und damit kommt Heil. Das Reich Gottes will immer mehr vordringen, und damit wird auch immer mehr Heil geschenkt. Gebet: Jesus, viele Menschen sind krank und meinen, es sei dein Wille. Aber du willst heilen. Du willst, dass das Reich Gottes kommt, auch wenn wir noch nicht in der Vollendung im Paradies sind. Mit deinem Reich kommt immer mehr Heilung in die Welt. Auch Krankheiten, die unheilbar schienen, verschwinden unter deinem Einfluss. Jesus, wir wollen uns für dich öffnen, damit dein Reich heute wachsen kann. Pastor Roland Bohnen www.tagesimpuls.org Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de
- In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. (Mk 1 ,35)von Pastor Roland Bohnen01 Woche im Jahreskreis Mittwoch Aus dem heiligen Evangelium nach Markus Mk 1, 29–39 In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus. Tagesimpuls In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. (Mk 1,35) Jesus wirkt viele Wunder, aber er zieht sich auch zurück, obwohl der Andrang sehr groß ist. Damit ist er Vorbild für uns. Alles, was Jesus wirkt, fließt aus der göttlichen Kraft. Damit er ganz im Willen des Vaters und in der Kraft Gottes lebt, nimmt er sich genauso wie wir Menschen die stillen Zeiten des Gebets. Natürlich war Gott immer bei ihm. Aber in seiner Menschheit (die nie von seiner göttlichen Natur getrennt war) nimmt er sich diese Zeiten des inneren Dialogs mit Gott. Weil Jesus ganz Mensch geworden ist, gilt für ihn das, was für alle Menschen gilt. Man kann nicht alles gleichzeitig machen. Alles hat seine Zeit. Es gibt eine Zeit für die Menschen, es gibt eine Zeit für den innengöttlichen Dialog. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Wenn Jesus das so vorbildlich lebt, dann dürfen wir nicht behaupten: „Ich bin ja immer mit Gott verbunden, ich brauche keine besondere Gebetszeit.“ Wenn Jesus es macht, müssen wir es erst Recht machen. Wir sind zwar tatsächlich durch die Taufe mit Gott verbunden, er ist quasi Teil unserer Natur geworden. Aber auch wir brauchen diesen Dialog mit Gott, der in uns ist und den das Weltall nicht fassen kann. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Die beste Zeit sind die Morgenstunden. „Jeden Morgen öffnet er mir das Ohr“, heißt es in Jesaja 50,4-5. Am Morgen ist der Tag noch frisch. Dann ist es am besten, auf Gott zu hören. Jesus empfängt an diesem Morgen eine neue Weisung von Gott. Diese Weisung hilft ihm, die Menschen loszulassen. Er ist zwar unser Diener, aber er lebt ganz im Willen Gottes. Die morgendliche Gebetszeit wird auch uns helfen, frei zu werden von den Erwartungen der Menschen. Wir dienen den Menschen nicht, weil sie uns unter Druck setzen, sondern weil wir es wollen, weil wir im Willen Gottes leben. Diese Freiheit erlangen wir, wenn wir konsequent jeden Morgen auf Gott hören. Gebet: Jesus, ich danke dir, dass du jeden Morgen gebetet hast. Du hast der Beziehung zum Vater im Heiligen Geist Zeit eingeräumt. Du hast diese Beziehung ausdrücklich gepflegt. Hilf auch uns, dass wir frei werden von jedem menschlichen Druck. Wir wollen in deinem Willen leben und jeden Morgen deine Weisung für den Tag empfangen. Pastor Roland Bohnen www.tagesimpuls.org Pfarrer-Kreins-Str. 2 52538 Selfkant Süsterseel Telefon 02456 – 3627 Fax 02456 – 3019 pastor.bohnen@kirche-selfkant.de www.kirche-selfkant.de
