03 Woche der Osterzeit Donnerstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 6, 44–51
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:
Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.
Bei den Propheten steht geschrieben: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.
Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.
Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.
Ich bin das Brot des Lebens.
Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.
Tagesimpuls
Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht. (Joh 6,44)
Dieses Ziehen darf man nicht so verstehen, wie wenn jemand die Fäden einer Marionette zieht. Der Vater zieht und lässt gleichzeitig Freiheit. Es ist eher so, wie wenn man einen Menschen anziehend findet. Man ist immer noch frei, sich ihm zuzuwenden oder nicht. Man kann es sich auch so vorstellen, dass der Vater immer Türen öffnet, durch die wir dann gehen dürfen. Aber wir müssen nicht dadurch gehen.
Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht.
Leider ist das Böse auch manchmal anziehend. Die Frucht vom verbotenen Baum war für Eva verlockend. Wir haben also leider verschiedene und gegensätzliche Anziehungskräfte in unserem Leben. Es ist sehr tröstlich, dass die Anziehungskraft Gottes nicht außer Kraft gesetzt wird, wenn wir uns einmal vom Bösen haben anziehen lassen. Der Vater zieht auch dann noch. Er zog den verlorenen Sohn heim, er zieht auch den älteren Sohn auf seine Weise.
Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht.
Es mag sein, dass der Teufel uns einreden will, dass es keinen Zweck mehr hätte, wieder zu Gott zurückzukommen, dass wir unsere Chance verspielt hätten. Aber das ist eine gewaltige Lüge. Gott zieht immer, er gibt uns nie auf.
Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht.
Können wir heute einmal die Anziehungskräfte in unserem Leben beobachten? Und wenn wir versucht werden, können wir dann versuchen, die Anziehungskraft Gottes wieder zu entdecken? Wir dürfen darauf hoffen und damit rechnen, dass Gott uns ziehen wird, auch dann, wenn wir die Anziehungskraft des Bösen sehr stark und scheinbar übermächtig spüren. Wir können auch beten: „Gott, zieh mich hier heraus, ich will hier nicht sein! Zieh mich zurück an das Herz Jesu! Dort will ich geborgen sein.“
Gebet:
Jesus, danke, dass du uns sagst, dass der Vater uns zieht. Wenn die Versuchung kommt und alles um uns herum dunkel ist, dann wissen wir: Der Vater gibt uns nicht auf, er will uns an sich und zu dir ziehen. Bitte hilf uns, dass wir uns an diese Gewissheit immer erinnern, besonders auch dann, wenn wir von der Gegenseite angezogen werden.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 – 3627
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