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Tagesimpuls

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. (Joh 10, 27)

04 Sonntag der Osterzeit

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 10, 27–30

In jener Zeit sprach Jesus:
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.

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Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. (Joh 10, 27)

Dies ist ein sehr wichtiges Evangelium, ein Teil der Rede Jesu vom guten Hirten. Hier wird deutlich, dass Beten vor allem Hören auf Gott ist. Jesus ist der gute Hirte, der zu seinen Schafen spricht. Und wir können ihn hören. Dadurch kennen wir ihn, und wir können ihm folgen. Beten ist keine Einbahnstraße, Beten ist nicht ein Rufen in einen leeren Raum, wo niemand wäre. Beten ist vor allem nicht nur ein religiöses Ritual, was man vollziehen muss, wenn man Christ ist. Beten ist vielmehr ein Gespräch mit dem lebendigen Gott, der zu uns spricht.

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.

Meine Erfahrung ist: Immer wenn die Kirche lau wird, oder immer wenn ich persönlich lau werde, dann wird Beten zum bloßen Ritual, dann ist Religion nur noch eine Tradition. Christentum besteht dann nur noch in moralischen Geboten und traditionellen Riten, aber der lebendige Kontakt zu Gott ist verloren gegangen. Viele Christen sind in so einer lauen Kirche aufgewachsen, wo man nicht gelernt hat, dass Gott zu uns spricht und wir auf ihn hören können.

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.

Ich habe jahrelang in dem Bewusstsein gelebt, dass es etwas ganz Besonderes und sehr Seltenes ist, wenn Gott zu einem Menschen spricht. Also hatte ich auch nicht wirklich damit gerechnet. Damit wurde mein Gebetsleben ärmer. Bis heute ertappe ich mich dabei, dass ich bete, weil ich eben bete, weil es zum Tagesablauf gehört, weil ich Christ bin und es daher „dazu gehört“. Aber das Beten wird dann zu einem Ritual, was ich vollziehe. Der Gedanke, dass Gott zu mir sprechen will, tritt ganz in den Hintergrund.

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.

Das Gebet ist der bevorzugte Ort, wo ich mir Zeit nehme, um auf Gott zu hören, wo der gute Hirte zu mir sprechen kann. Wir alle brauchen den Heiligen Geist, damit unsere Beziehung zu Gott immer wieder aus der Lauheit in die Lebendigkeit geführt wird. Eine große Hilfe dabei ist, wenn wir den Heiligen Geist anrufen. Was auch sehr gut hilft, ist, wenn wir Jesus Fragen stellen. Wir können ihn z.B. fragen: „Jesus, was willst du mir sagen?“ Oder: „Jesus, wie siehst du mich?“ Oder auch: „Jesus, wie geht es dir eigentlich jetzt in diesem Moment? Was sind deine Herzensanliegen?“

Gebet:

Jesus, bitte sende mir den Heiligen Geist, der mein Gebet lebendig macht. Jesus, bitte hilf mir, wieder mehr auf dich zu hören. Jesus, bitte zeige allen Christen, wie wichtig das Hören auf dich ist, damit wir aus der Lauheit herausgerissen werden.

Pastor Roland Bohnen

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