04 Woche der Osterzeit Dienstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 10, 22–30
In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter
und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab.
Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange hältst du uns noch hin? Wenn du der Christus bist, sag es uns offen!
Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab;
ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.
Tagesimpuls
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. (Joh 10,27)
Der Satz besteht aus drei Gliedern: 1. Wir hören auf die Stimme Jesu, des guten Hirten. 2. Jesus kennt uns, er baut eine Beziehung zu uns auf. 3. Wir folgen Jesus, weil wir seine Stimme hören und ihm vertrauen. Das sind drei wichtige Schritte, die für unser Christsein essentiell sind.
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.
1. Das Hören auf Jesus!
Seit der Geistsendung an Pfingsten ist es ein Hören auf seine Stimme in unserem Inneren mit Hilfe des Heiligen Geistes. In uns gibt es eigene Stimmen, die Stimmen des Versuchers und die Stimme Gottes. Mit dem Heiligen Geist können wir seine Stimme herausfinden und von den anderen Stimmen unterscheiden. Wir spüren immer mehr, dass die Stimmen sich nicht nur in dem unterscheiden, was sie sagen, sondern auch in der Qualität. Wir lernen, Seine Stimme zu erkennen an der Art, wie er spricht. Wenn wir seine Stimme schon einmal sehr intensiv und sicher erkannt haben, dann können wir zukünftig alle Stimmen damit vergleichen. Und wir werden seine Stimme immer leichter wiedererkennen. Bei dem Ganzen ist es wohl wichtig, dass wir uns genügend Zeit zum täglichen Gebet nehmen, um seine Stimme zu hören und zu unterscheiden. Wenn wir das nicht tun, werden wir von anderen Stimmen angetrieben, leider auch unbewusst.
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.
2. Jesus kennt uns!
Bei den klugen und dummen Jungfrauen kamen die dummen zu spät zum Hochzeitsmahl, und Jesus wirft ihnen vor: „Ich kenne euch nicht.“ Sie hätten sich in der Zeit ihres Lebens darum kümmern müssen, dass Jesus sie kennt. Hier wird deutlich, dass dieses Kennen ein gegenseitiger Prozess ist. Gott kennt uns, aber wenn wir zu seinen Schafen gehören, dann kennen wir ihn auch. Wir glauben an ihn, wie erkennen ihn an als unseren guten Hirten. Die dummen Jungfrauen hatten die Zeit nicht genutzt, um an Jesus zu glauben und zu seinen Schafen zu zählen. Wir müssen unsere Lebenszeit richtig nutzen, damit wir an Jesus glauben, zu seinen Schafen zählen und es zu diesem gegenseitigen Kennen kommt.
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.
3. Wir folgen Jesus!
Vielleicht ist dies der Teil, der am wenigsten selbstverständlich ist. Grundsätzlich werden wir alle Ja sagen zur Nachfolge Jesu. Aber folgen wir ihm wirklich im praktischen Leben? Oft bewegen uns Ängste und Unglauben, unseren eigenen Lösungen nachzugehen und nicht auf Jesus zu vertrauen. Oft sind wir doch noch gefangen und verstrickt in die Sehnsucht nach weltlichen Freuden, auf die wir nicht verzichten wollen. Dann stellen wir die Nachfolge Jesu zurück. Um Jesus nachzufolgen, müssen wir uns täglich bekehren. Aber das Gute ist: so wie Jesus von uns verlangt, dass wir unseren Feinden sieben mal siebenundsiebzig mal verzeihen sollen, so verzeiht er uns auch immer wieder, wenn wir gefallen sind.
Gebet:
Jesus, ich will deine Stimme hören, ich will dich kennenlernen, ich will dir folgen. Bitte hilf mir, meinen Vorsatz zu realisieren, mir täglich viel Zeit für dich zu nehmen. Hilf mir, stark zu sein gegen die Ablenkungen und Sorgen, die mich verführen wollen, dir nicht zu vertrauen. Hilf mir, dass ich dir noch mehr nachfolge, in allen Lebensbereichen.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
Fax 02456 – 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
www.kirche-selfkant.de
Entdecke mehr von Tagesimpuls
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
