04 Woche der Osterzeit Donnerstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 13, 16–20
Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, sprach er zu ihnen:
Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat.
Wenn ihr das wisst – selig seid ihr, wenn ihr danach handelt.
Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muss sich erfüllen: Der mein Brot isst, hat seine Ferse gegen mich erhoben.
Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es.
Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich senden werde, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
Tagesimpuls
Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. (Joh 13,19)
Jesus sagt die Zukunft voraus, und er gibt auch genau an, warum er dies tut. Das soll für die Menschen ein Zeichen sein, dass er wahrhaft der ist, den Gott gesandt hat. Prophetische Worte können Christen auszeichnen, und die Menschen werden dadurch von der Realität Gottes überzeugt. Z.B. hatte der Heilige Servatius, Bischof von Tongeren im vierten Jahrhundert, den Hunneneinfall vorausgesagt und den Bischofssitz deswegen vorausschauend nach Maastricht verlegt. Als sich das bewahrheitete, war das ein Zeichen für die Menschen für die Wahrhaftigkeit seines Glaubenszeugnisses, und sie konnten seine christliche Botschaft besser annehmen.
Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es.
Es kann auch heute prophetische Menschen geben, die etwas voraussagen, weil der Heilige Geist es ihnen eingegeben hat. Auch heute kann ein prophetisches Wort für die Hörer eine große Überzeugungskraft besitzen und ihren Glauben stärken. Z.B. Könnte Gott jemanden in einer Notlage das prophetische Wort geben: „Ich habe für dich eine Tür geöffnet, die niemand schließen kann.“ So ein Wort kann ein großer Trost sein. Vielleicht hätte die Person aufgegeben, aber das Wort hilft ihr, weiterzugehen und auf Gott zu vertrauen, dass es einen Ausweg gibt, den er schenken wird.
Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es.
Aber wie kann man all das von Wahrsagerei unterscheiden, die ja laut der Bibel nicht gut ist (Dt 18,10-12). Von Wahrsagerei sollen wir uns auf jeden Fall distanzieren. Der Unterschied ist: Wahrsagerei geht mit dem Teufel und seinen Dämonen, während Prophetie nur mit dem dreifaltigen Gott geht. Der Teufel ist ein Lügner, sodass man sich auf Wahrsagerei auf keinen Fall verlassen kann. Ein Lügner kann mal ein Element der Wahrheit mit einbauen, aber nur, um den anderen vollends zu verwirren. Bei der Wahrsagerei ist das Motiv die Kontrolle. Man will irgendwie eine Kontrolle über das Leben erhalten, vor allem über die Zukunft. Bei der christlichen Prophetie geht es im Gegenteil darum, dass sie ein Zeichen für Christus ist, dass wir an ihn glauben, dass wir ihm vertrauen. Statt Kontrolle über unser Leben bekommen zu wollen, vertrauen wir ihm unser Leben an, weil er die Zukunft kennt und alles zum Guten lenkt.
Gebet:
Jesus, ich danke dir für die Erklärung, dass deine prophetischen Worte dazu dienen sollen, dass wir an dich glauben. Wir sollen uns dir anvertrauen. Wir widersagen jedem Wahrsagegeist und allen Geistern, die damit zu tun haben. Wir wollen kein Wissen, sondern wir wollen dir vertrauen.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 – 3627
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