05 Woche der Osterzeit Donnerstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 15, 9–11
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
Tagesimpuls
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! (Joh 15,9)
Wir Menschen sind von Gott geschaffen nach seinem Bild. Die Ähnlichkeit zu Gott besteht vor allem in der Liebe. Wir sind liebesfähige Wesen, wir sind für die Liebe geschaffen. Auch nach dem Sündenfall bleibt der Mensch liebesfähig. Alle Menschen haben immer noch viel Liebe in sich. Sonst gäbe es in der Welt nur Mord und Totschlag, und das menschliche Geschlecht wäre schon längst ausgelöscht.
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Aber unsere Liebesfähigkeit ist geschwächt. Es ist wie, wenn ein Auto keine Luft in den Reifen hat. Es kann noch fahren, aber es ist nicht mehr so, wie es sein soll. Dazu kommt: Tief in uns liegt die Sehsucht – um im Bild zu bleiben – richtig gut und schnell zu fahren; also im übertragenen Sinn: in uns liegt die Sehsucht nach einer vollkommeneren Liebe, nach einer Liebe, die richtig und ganz liebt. Nur Jesus kann in uns die ursprüngliche Liebe wiederherstellen, die durch den Sündenfall verloren gegangen ist. Nur er kann in uns diese Sehnsucht nach der größeren und wahren Liebe erfüllen.
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Daher sagt Jesus, dass wir in seiner Liebe bleiben sollen. Ohne ihn finden wir nie die echte Liebe, sondern nur die rein menschliche, die doch sehr geschwächt ist. Wir sollen erst von seiner Liebe empfangen, und dann auf unsere Mitmenschen mit seiner Liebe zugehen. Niemand kann geben, was er nicht hat. Und Gott will uns die Liebe schenken, nach der wir uns sehnen, damit wir sie haben und dann auch weiter schenken können.
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Es erfordert Glauben daran, dass Gott unsere Liebe vermehren und erweitern kann. Wenn wir daran glauben, dann werden wir Wert darauf legen, ihm Zeit zu schenken, um seine Liebe zu empfangen, in der Heiligen Messe, im Gebet, in Gebetsgruppen oder Bibelgruppen, in einer Jüngerschaftsgruppe oder was es auch immer ist. Aber wir brauchen das. Wenn wir ihm nicht die Gelegenheit geben, uns mit seiner Liebe zu erfüllen, dann bleiben wir immer nur bei der menschlichen Liebe.
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du uns mit großer Liebe erfüllst, viel mehr als die menschliche Liebe vermag. Danke, dass du unser Leben erfüllen willst. Bitte hilf mir, daran zu glauben. Hilf mir, zu glauben, dass es sich lohnt, mich mit dir zu vereinigen, dir Zeit zu schenken, damit ich die Liebe von dir empfange, die ich sonst nirgends finden werde.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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