05 Woche der Osterzeit Freitag
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 15, 12–17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, was ihr in meinem Namen erbittet.
Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.
Tagesimpuls
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt. (Joh 15,15)
Ein Knecht muss tun, was sein Herr befiehlt. Er darf keine Fragen stellen, er soll nicht mitdenken, er soll einfach tun, was ihm gesagt wurde. Vielleicht ist so in manchen Religionen das Verhältnis der Menschen zu Gott. Bei Jesus ist es jedenfalls anders. Er nennt uns Freunde. Wir sind seine Freunde. Er hat uns seine Absichten mitgeteilt. Er hat sich bemüht, dass wir ihn verstehen, damit wir freiwillig seinen Geboten folgen können. Wir sollen ihn lieben. Obwohl er Gott ist, bietet er uns an, dass wir ihm auf Augenhöhe begegnen dürfen, denn so ist ein freundschaftliches Verhältnis.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt.
Seine Beziehung zu uns ist nicht nur eine Einbahnstraße. Es ist nicht nur so, dass wir seinen Willen erkennen und ihn dann tun müssten. Er wünscht sich, dass wir auch mitreden dürfen. Wir dürfen uns etwas wünschen. Wenn er uns zum Bitten auffordert, dann will er uns zeigen, dass wir seine Freunde sein sollen. Natürlich sollen wir nur etwas Gutes erbitten, wir könnten nicht bitten, dass Gott nicht mehr Gott sei oder das das Böse von nun an gut sei. Aber für einen Freund Jesu ist das eine Selbstverständlichkeit. Darum geht es gar nicht. Es geht darum, dass wir als Freunde auch Wünsche äußern dürfen und sollen, und Gott will auf uns eingehen, weil wir seine Freunde sind. Ebenso gehen wir als Freunde ja auch auf den Willen Gottes ein. Der Wille Gottes ist für uns von sehr hoher Bedeutung.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt.
In unserem Bistum wird zurzeit viel über Leitungsmodelle nachgedacht. Ich habe deshalb auch darüber reflektiert. Hier finden wir das perfekte Leitungsmodell. Es geht nicht durch Befehlen, und die Knechte müssten dann ausführen, ohne zu denken. Es geht über das Vorbild, über das Mitteilen. Der Leiter teilt seine Vision mit allen, die sich dann gerne darauf einlassen können. Jesus lebt mit uns auf Augenhöhe, weil er uns zu seinen Freunden macht. Ich finde, dass dies ein sehr gutes Leitungsmodell für unsere Kirche ist.
Gebet:
Jesus, ich danke dir für dein Vorbild. Ich danke dir, dass wir deine Freunde sein dürfen. Bitte hilf uns, als deine Freunde zu handeln. Bitte hilf uns, auch in unserer Kirche Leitung nicht als Befehlen von oben herab zu verstehen, sondern als Mitteilen einer Vision, die dann von allen getragen ist.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
Fax 02456 – 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
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Eine Antwort auf „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Fr eunde genannt. (Joh 15,15)“
danke für Ihren Impuls