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Tagesimpuls

Dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude. (Joh 16,22)

06 Woche der Osterzeit Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 16, 20–23a

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, aber eure Trauer wird sich in Freude verwandeln.
Wenn die Frau gebären soll, hat sie Trauer, weil ihre Stunde gekommen ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not
über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.
So habt auch ihr jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude.
An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.

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Dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude. (Joh 16,22)

Ganz sicher spricht Jesus zu den Jüngern hier von der Ostererfahrung. Die Trauer wandelt sich in Freude. Man hat keine Fragen mehr, alles ist gut. Diese Ostererfahrung ist ein Vorgeschmack auf den Himmel. Im Himmel wird es nur noch ungetrübte Freude geben. Aber hier auf der Erde gibt es auch schon die Ostererfahrung, nicht nur für die Jünger damals, sondern auch für uns heute.

Dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude.

Die Ostererfahrung wird uns durch den Heiligen Geist geschenkt. In den vierzig Tagen bis Christi Himmelfahrt ist Jesus noch leiblich zu den Jüngern gekommen. Aber auch da war es schon nicht mehr so wie vor Ostern. Seine leiblichen Erscheinungen waren geheimnisvoll. Man kann sagen, sie waren schon sehr geistig, auch wenn sie noch leiblich waren. In diesen Erscheinungen bereitete Jesus die Jünger vor auf die Form, wie Jesus nach Pfingsten bei uns sein will: Nicht mehr in einer leibhaftigen Erscheinung, sondern im Heiligen Geist. (Gleichwohl gibt es aber auch seine leibliche Daseinsweise in der Eucharistie.)

Dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude.

Nicht nur der Friede ist ein Kennzeichen der Anwesenheit des Heiligen Geistes, auch die Freude. Beim Frieden sagt Jesus: „nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch.“ Der Friede Jesu ist also anders als der weltliche Friede. Genau genommen ist der Friede Jesu eine mystische, eine übernatürliche Erfahrung. Und bei der Freude ist es ähnlich. Es ist nicht eine vergängliche Freude, wie die Welt sie gibt. Es ist eine Freude, die uns niemand mehr nehmen kann. Auch dies ist eine übernatürliche Erfahrung.

Dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude.

Wenn uns die Freude niemand nehmen kann, dann muss es eine Freude sein, die uns immer zur Verfügung steht, die immer da ist. Wenn wir uns selbst von dieser Freude abgelenkt haben, dann können wir also immer zu dieser Freude zurückkehren. Sie ist in uns, niemand hat sie uns genommen. Wir gehen also mit einer göttlichen Quelle der Freude durch dieses Leben, zu der wir jederzeit Zugang haben dürfen. Leben wir also in dieser Fülle, die der Heilige Geist uns schenkt!

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns Freude schenkst, die uns niemand nehmen kann. Bitte hilf uns, dass wir uns nicht selbst ablenken lassen von dieser Freude. Lass uns immer wieder zu dir zurückkehren und in die Freude eintauchen, die der Heilige Geist uns schenkt. Lass diese innere Quelle immer mehr sprudeln.

Pastor Roland Bohnen

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