13 Woche im Jahreskreis Montag
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 8, 18–22
In jener Zeit, als Jesus die Menge sah, die um ihn war, befahl er, ans andere Ufer zu fahren.
Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: Meister, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst.
Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sagte zu ihm: Herr, lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben.
Jesus erwiderte: Folge mir nach; lass die Toten ihre Toten begraben!
Tagesimpuls
Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. (Mt 8,20)
Jesus sagte im Johannesevangelium: Wir sind in der Welt, aber wir sind nicht von der Welt. Paulus schreibt: „Unsere Heimat ist im Himmel“. Natürlich haben die meisten von uns eine Wohnung, wo sie hingehören. Aber wir sind hier in dieser Welt nirgendwo so richtig zuhause. Unser Zuhause ist bei Jesus. Der Vorteil ist: Das kann uns nie genommen werden. Alles andere kommt und geht. Aber unsere Gemeinschaft mit ihm ist fest und beständig. Bei ihm finden wir Halt und Sicherheit.
Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Die Heimatlosigkeit in der Welt, die wir als Jünger Jesu erleben, soll uns aber nicht daran hindern, mit den Menschen zu sein und sie zu lieben. Wir sollen uns nicht von der Welt zurückziehen – schon gar nicht arrogant und überheblich – sondern wir sollen ein Segen sein für die Welt und für die Menschen. Ein Segen sind wir aber nur, wenn wir uns nicht von der Welt aufsaugen lassen. Um ein Segen zu sein, brauchen wir eine gesunde Distanz. Wir müssen aber keine Komplexe haben, dass wir nicht dazugehören würden. Doch! Wir gehören dazu, gerade so wie wir sind, als Christen, deren Heimat im Himmel ist. Man muss nicht alles mitmachen, und man kann trotzdem in der Gemeinschaft dazugehören, eben genauso, wie wir sind. Auch die anderen sind nicht alles Stereotypen, sie sind nicht alle wie Abziehbilder des einen Trends. Jeder ist verschieden, und doch bilden wir eine Gemeinschaft. Warum können wir Christen dann nicht auch genauso dazugehören, eben mit unseren Besonderheiten?
Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Was nehmen wir mit? Wir sind anders als Christen, ja, aber auch jeder Mensch ist anders. Wir sollen uns nicht in der Welt verwurzeln, sondern bei Jesus. Bei ihm ist unser Zuhause. Aber wir sollen uns den Menschen zuwenden, nicht zurückziehen, genauso wie wir sind. Oder mit den Worten Jesu gesprochen: Wir müssen nicht von der Welt sein, um in der Welt zu sein.
Gebet:
Jesus, ich will bei dir zuhause sein. Ich will nicht traurig sein, weil ich in der Welt nie eine richtige Heimat finde. Ich suche die Geborgenheit und den Halt bei dir. Und mit diesem festen Halt will ich auf die Menschen zugehen und für sie ein Segen sein.
Pastor Roland Bohnen
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