07 Woche der Osterzeit Donnerstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 17, 20–26
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach:
Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast.
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.
Tagesimpuls
Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind. (Joh 17,23)
Jesus will, dass wir Christen eins sind: „Alle sollen eins sein“, sagt er. Dazu hat er uns seine Herrlichkeit gegeben, dieselbe Herrlichkeit, die der Vater ihm einst gegeben hatte. Wir werden also in Christus eins sein. Nicht weil wir so gut diskutieren können, nicht weil einer ein hervorragendes Konzept hätte, dem dann alle zustimmen könnten, nein, weil wir Anteil an der Herrlichkeit Christi haben, deshalb können wir eins sein.
Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind.
Das klingt jetzt etwas kompliziert. Aber wenn man es an einem einfachen Beispiel verdeutlicht, ist es einfacher. Wenn z.B. in einer Ehe der eine Partner was ganz anderes will als der andere, dann ist die Chance groß, dass es keine gute Lösung gibt. Entweder sie streiten, oder einer gibt nach, obwohl er gar nicht zufrieden ist. Wenn wir nur bei den menschlichen Lösungsversuchen bleiben, wird es vermutlich nicht gut gehen. Wenn die beiden aber Christen sind und sich beide in Christus versetzen, wenn sie den Willen Gottes für ihre Frage suchen, dann gibt es eine größere Chance, dass sie sich einigen. Sie suchen nicht mehr, ihren eigenen Willen durchzusetzen, sondern sie suchen beide nach dem Willen Gottes.
Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind.
Um noch mal die Worte Jesu aufzugreifen: Wir brauchen die Herrlichkeit Gottes, damit wir eins werden können*. Durch die Herrlichkeit Gottes werden wir auf ein Ziel ausgerichtet. Somit haben wir ein gemeinsames Ziel, auf das wir uns einigen können. Die Schritte unseres Lebens richten sich nach diesem gemeinsamen Ziel aus. Wenn beide dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren, dann gibt es eine größere Chance für die Einheit.
Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind.
Einheit ist also immer eine Frage der Bekehrung. „Bin ich bei Jesus? Bin ich noch bei Jesus?“, so müssten wir uns fragen, wenn wir uneins sind. Je mehr jeder einzelne bei Jesus ist, umso eher findet man eine Einigung.
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du uns den Weg zur Einheit geschenkt hast. Ich bitte dich, hilf uns, dass wir uns immer bekehren und nicht unseren eigenen Willen suchen. Lass uns durch dich Einigungen finden in den schwierigen Fragen, die uns manchmal entzweien.
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- Die Herrlichkeit Gottes kann man als die Sichtbarkeit Gottes erklären, also das, was an Gott für uns Menschen sichtbar ist. Wenn man dies weiterdenkt, dann könnte sogar ein göttliches Zeichen einen Hinweis geben, der hilft, dass Menschen sich einig werden. Ohne diese Sichtbarkeit, ohne eine Art Zeichen finden wir keine Einheit.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
Fax 02456 – 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
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Eine Antwort auf „Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind. (Joh 17,23)“
Die Einigkeit zweier oder mehrerer einzelner Personen in Jesus ist ein sehr wichtiger Aspekt unseres christlichen Lebens.
Als Jesus das seinen Jüngern erklärte bezog sich das auf die ganze Gruppe seiner Gefolgschaft, die man etwas später dann Christen nannte. Das war wirklich eine sehr homogene Einheit.
Leider blieb das, trotz Heligem Geist, nicht lange so. Heute gibt es unzählige Kirchen. Alle erheben den Anspruch die richtige Form der christlichen Gemeinschaft zu sein. Daher ist Jesu Appell an die christliche Einheit eine starke Forderung an uns, die heutigen Christen, zur Vereinigungen aller Kirchen in eine homogene christliche Gemeinschaft.
Im Grunde ist die christliche Uneinigkeit nur ein Beweis dafür, dass alle Kirchen nicht wirklich nach der Botschaft Jesu leben. Sollten die Kirchen wirklich ernsthaft in der Liebe zu Gott und den Menschen leben, wäre alles andere unbedeutende Kleinigkeiten. Fangen wir als Katholiken doch mal mit den orthodoxen und anglikanischen Kirchen an. Wo liegen die Unterschiede? Antwort: Rituale, andere orgsnisatorische Regelungen, Formalitäten, Machtansprüche, historische Empfindlichkeiten. Jesus kannte das. Ist wie bei den Pharisäern: Kleinkrämertum!
Danke Pastor Bohnen und Gruß an Alle.
Bis dann 🙏🏾🌈🙏👍😊👋
Reinhard Dismas