10 Woche im Jahreskreis Mittwoch
Evangelium
Mt 5, 17–19
17 Denkt nicht,
ich sei gekommen,
um das Gesetz und die Propheten aufzuheben!
Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben,
sondern um zu erfüllen.
18 Amen, ich sage euch:
Bis Himmel und Erde vergehen,
wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen,
bevor nicht alles geschehen ist.
19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt
und die Menschen entsprechend lehrt,
der wird im Himmelreich der Kleinste sein.
Wer sie aber hält und halten lehrt,
der wird groß sein im Himmelreich.
Tagesimpuls
Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. (Mt 5,17)
Wir Christen leben selbstverständlich mit der ganzen Bibel, Altes und Neues Testament. An sehr vielen Stellen des Neuen Testaments heißt es: „Damit sollte sich erfüllen, was schon an dieser oder jener Stelle im Alten Testament gesagt worden ist.“ Ohne das Alte Testament würde man Jesus nicht verstehen. Vielleicht ist es so wie bei jedem Menschen: Ohne seine Herkunft würde man ihn nicht verstehen.
Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
In Jesus hat sich also vieles erfüllt, was im AT vorausgesagt ist. Vor allem ist er der Messias, so wie es Gott seit Jahrhunderten verheißen hatte. Die Erfüllung ist einerseits so, wie sie versprochen wurde, andererseits ist sie aber auch so, wie sie sich niemand vorher hätte ausdenken können. Wenn ich etwas erwarte und es erfüllt sich, dann ist die Erfüllung mehr als nur die Projektion meiner Erwartungen. Die Erfüllung ist mehr, sie ist etwas ganz eigenes. Das ist eigentlich immer so, nicht nur bei Jesus. Ich darf Menschen nie auf meine Erwartungen reduzieren. Der Mensch ist eigenständig, und so ist es auch Jesus. Er erfüllt zwar das, was vorausgesagt worden war, aber er erfüllt es auf eine ganz eigene Weise, so, wie man es sich nicht hätte vorstellen können.
Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Was können wir daraus lernen? Zunächst sehe ich, dass es für uns Christen wichtig ist, auch das Alte Testament zu kennen, damit wir Jesus besser verstehen. Dann sehe ich, dass wir zwar Erwartungen und Hoffnungen haben sollen, dass wir aber auch immer offen sein sollen für die Wirklichkeit, wie sie tatsächlich ist. Man sagt auch im Volksmund: „Es kommt immer anders.“ Wir sollen also Hoffnung haben, aber zugleich auch offen bleiben, dass die Erfüllung nicht genau so kommt, wie wir es uns vorstellen.
Gebet:
Jesus, du hast die Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllt, und doch hast du die Menschen auch sehr überrascht. Danke für alle, die offen waren und an dich geglaubt haben. Auch ich will offen sein und an dich glauben. Bitte führe und leite mich, auch wenn ich nicht alles verstehe.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
Fax 02456 – 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
www.kirche-selfkant.de
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Eine Antwort auf „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben , sondern um zu erfüllen. (Mt 5,17)“
Jesus sagt hier etwas, was ganz im Gegensatz zu seinem sonstigen reden und handeln steht. Er ermahnt uns die Gesetze und Regelungen des Alten Testaments bis aufs Komma einzuhalten.
Diese Aussage könnte glatt von einem der Pharisäer kommen, die er doch gerade wegen solcher Aussagen dauernd kritisiert.
Jesus selber und der Heilige Geist haben aber der jungen Kirche klar gezeigt ganz neue Wege zu beschreiten.
So haben zum Beispiel Petrus und die anderen Apostel sehr schnell entschieden die Gesetze Moses bezüglich der Beschneidung und der Speise nicht mehr zu beachten, wie man in der Apostelgeschichte nachlesen kann.
Es kann wirklich nur so sein wie Pastor Bohnen es sagt, es ist eine Ermahnung, trotz des neuen Wegs der Lehre Jesu, nicht unsere Geschichte, die Herkunft aus dem Alten Testament, zu vergessen. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Danke Pastor Bohnen und Gruß an Alle.
Bis dann 🙏🏾🌈🙏👍😊👋
Reinhard Dismas