12 Woche im Jahreskreis
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 9, 18–24
In jener Zeit betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute?
Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes.
Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen.
Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auferweckt werden.
Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Tagesimpuls
Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. (Lk 9,24)
Die Lebenshingabe scheint der tiefste Sinn unseres Lebens zu sein. Gott hat uns so geschaffen, als Wesen, die lieben wollen. Als Baby können wir nur Liebe empfangen, aber dann lernen wir, selbst zu lieben. Lieben ist eine Bewegung von sich selbst weg auf einen anderen. Aus Liebe zu einem Menschen kann ich ein Opfer bringen, auf etwas verzichten. Ich tausche meine Perlen gegen die eine kostbare Perle, die ich gefunden habe.
Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Manche Menschen bleiben emotional in diesem Baby-Stadium stecken. Das nennt man unreif. Das sind die Egoisten, die nur empfangen wollen, aber nicht geben. Aber das macht nicht glücklich, das gibt keine Erfüllung. Wir können nur glücklich werden, wenn wir so leben, wie es unserem Wesen entspricht, wie Gott es in uns hineingelegt hat. Der Mensch braucht ein Ziel, etwas, für das es sich lohnt, sein Leben hinzugeben. Dann entsteht Begeisterung und Glück.
Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Die Lebenshingabe an Jesus und damit an Gott ist das Ziel unseres Lebens. Wir schenken Gott alles, und dieses Geschenk erneuern wir täglich. In der Eucharistie verdichtet sich dies, da kommt es täglich zum Höhepunkt. Jesus gibt sich ganz für uns hin. Und wir antworten mit unserer Hingabe. Das ist der neue und ewige Bund, den er mit uns schließt. Diesen Bund erneuern wir, wenn wir die Kommunion empfangen und unser Amen geben. Wir müssten uns das mehr klar machen. Wenn wir aus der Bank aufstehen und nach vorn gehen, dann erneuern wir diesen Bund, dann antworten wir auf die Ganzhingabe Jesu mit der Hingabe unseres Lebens.
Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Ich möchte dies noch an einem Erlebnis unterstreichen. In Freikirchen sind meistens nur Wortgottesdienste. Aber nach dem Wortgottesdienst wird dort manchmal aufgerufen, nach vorn zu kommen. Alle, die ihr Leben an Jesus hingeben wollen, sind eingeladen, nach vorn zu kommen und ein Hingabegebet zu beten. Bei uns geschieht genau das in jeder Messe. Alle, die bereit sind, Jesus ihr Leben hinzugeben, sind eingeladen, nach vorn zu kommen. Wir Katholiken drücken unsere Hingabe nicht nur in einem Gebet aus, sondern so wie es Jesus uns gezeigt hat: Im Empfang der Heiligen Kommunion.
Gebet:
Jesus, du weißt, dass ich dir mein Leben hingegeben habe. Aber ich erkenne im Laufe der Zeit, dass ich vieles immer wieder zurücknehme durch die Sünde. Bitte hilf mir, dass ich mich noch mehr hingeben kann, und dass ich mit deiner Kraft die Ablenkungen zu Sünde überwinde.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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