Heiligstes Herz Jesu
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 15, 3–7
In jener Zeit erzählte Jesus den Pharisäern und Schriftgelehrten dieses Gleichnis und sagte:
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern,
und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war!
Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben.
Tagesimpuls
Lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? (Mt 15,4)
Ich habe erfahren, dass Jugendliche in ihrer Sprache sagen, dass sie sich „lost“ fühlen, aus dem Englischen lost, zu deutsch verloren. Das ist ein neues Wort, dass so wunderbar mit der Sprache des Evangeliums übereinstimmt. Jesus will die Verlorenen finden. Dazu sucht er sie, bis er sie gefunden hat.
Lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Aber wir müssen nicht nur an die Jugendlichen denken. Geht es uns nicht allen immer wieder so? Fühlen wir uns auch manchmal verloren? Ich denke an die Sünde, wenn wir uns in der Sünde verloren haben. Dann kommt oft die Versuchung als Gedanke, wir hätten die Liebe Gottes nicht mehr verdient. Wir hätten unsere Chance vertan. Der Versucher sagt: „Du kannst jetzt nicht mehr zu Gott zurückkommen.“ Aber Jesus, der von uns erwartet, dass wir selbst sieben mal siebenundsiebzig mal verzeihen, wird er uns nicht auch wieder verzeihen? Will er etwa nicht, dass wir bei ihm sind, auch wenn wir gesündigt haben. Nein, ein Sünder, der umkehrt, ist für den ganzen Himmel eine große Freude, auch dann, wenn wir schon oft gesündigt haben und schon oft umgekehrt sind. Der Tag, dass Gott uns nicht mehr annehmen würde, kann nie kommen. So groß kann unsere Sünde nie sein, dass Gott uns nicht mehr lieben würde.
Lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Ja, in der Sünde sind wir verloren, aber Gott sucht uns, damit wir nicht mehr verloren sind. Und parallel dazu können wir Gott suchen, wir können die Sehnsucht nach ihm kultivieren und fördern in unserem Herzen. „Gott, du mein Gott, ich suche dich, meine Seele dürstet nach dir!“ (Psalm 63) Durch Gebet, Fasten und Werke der Liebe können wir dies tun, damit unsere Sehnsucht nach dem Bräutigam groß wird. Er sehnt sich nach uns, und wir sehnen uns nach ihm. Dann müssen wir doch zusammentreffen, damit wir nicht mehr verloren sind.
Gebet:
Jesus, in der Sünde bin ich verloren, aber ich sehne mich nach dir. Du sehnst dich auch nach mir. Du suchst mich jeden Tag neu, bis du mich findest. Danke, dass ich die Gewissheit habe, dass ich deine Liebe nie zerstören kann. Ich will jeden Tag neu umkehren und mich von dir finden lassen.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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