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Tagesimpuls

Komm doch, leg ihr deine Hand auf und sie wird leben! (Mt 9,18)

14 Woche im Jahreskreis Montag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 9, 18–26

In jener Zeit, als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf und sie wird leben!
Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.
Und siehe, eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutfluss litt, trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes;
denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.
Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet! Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt.
Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah,
sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.
Als man die Leute hinausgeworfen hatte, trat er ein und fasste das Mädchen an der Hand; da stand es auf.
Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.

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Komm doch, leg ihr deine Hand auf und sie wird leben! (Mt 9,18)

Der Synagogenvorsteher hat einen starken Glauben. Stellen Sie sich mal vor, ein Angehöriger wäre verstorben, und Sie würden zu den anderen in der Familie sagen: „Wir beten jetzt zu Jesus, dass er wieder lebendig wird.“ Was würden die anderen dann sagen? Wie würden Sie sich fühlen? Wer von uns hätte überhaupt diesen Glauben, so etwas zu sagen oder zu machen?

Komm doch, leg ihr deine Hand auf und sie wird leben!

Ähnlich, aber nicht ganz so mutig ist, es, wenn man bei einem Kranken um Heilung betet. Aber in manchen Kreisen kostet es zum Glück nicht mehr so viel Mut. Was die Kreise betrifft, redet man heute ein wenig despektierlich von „Blasen“. Jeder sei in seiner Blase. Schlecht ist das, wenn man außerhalb der Blase keine Kontakte pflegen würde. Dann wären wir gar nicht mehr missionarisch und würden nur unter uns bleiben. Aber auf der anderen Seite sind solche Blasen sehr wichtig. Früher nannte man sie gesellschaftliche Milieus. Ein typisches Beispiel dafür sind Christen in der Diaspora. Sie entwickeln eine Art Diaspora Mentalität und sind meistens stärker im Glauben, weil sie sich nicht so sehr vom Mainstream der Gesellschaft beeinflussen lassen. Für uns ist es wichtig, dass wir in unseren Gemeinschaften eine christliche Kultur entwickeln, in der das Übernatürliche Raum hat, in der es selbstverständlich ist. Wir brauchen dies Milieus, diese Räume, in denen sich die christliche Kultur entfalten kann. Wenn das in der Gesamtgesellschaft nicht mehr möglich ist, dann muss es an besonderen Orten gelebt werden.

Komm doch, leg ihr deine Hand auf und sie wird leben!

Diese besonderen Orte sind die Gemeinden und die Gemeinschaften. Wir haben bei uns schon etwas erreicht. Wir haben eine Kultur des Übernatürlichen, eine Kultur, in der man an das übernatürliche Wirken Gottes in unserer Mitte glaubt, in der man um Heilung betet und an Wunder glaubt. Darüber bin ich sehr froh.

Komm doch, leg ihr deine Hand auf und sie wird leben!

In Afrika scheint das auch stärker zu sein als bei uns. Ich habe einen Priester aus Afrika kennengelernt, dessen Name Deusdedit ist. Wir fragten in in einer Gebetsrunde, ob er schon Wunder erlebt hat. Das bejahte er und sagte, er selbst sei ein Wunder, daher habe sein Vater ihm diesen Namen gegeben (Deusdedit heißt auf Deutsch: Gott hat gegeben). Gleich nach seiner Geburt war er gestorben. Seine Mutter betete ununterbrochen im Krankenhaus an seinem Kinderbett. Nach mehreren Stunden machte sich der Vater auf in sein Dorf, um die Verwandten zu informieren und die Beerdigung vorzubereiten. Einen Tag später kam er zurück, um den Leichnam mitzunehmen. Aber das Baby lebte, nach dem stundenlangen Gebet seiner Mutter, und sein Vater gab ihm diesen Namen.

Gebet:

Jesus, du hast so viele Wunder gewirkt, dass die Menschen begonnen hatten, an das Übernatürliche zu glauben. Wir sind von diesem Glauben noch entfernt. Aber hilf uns, zu wachsen, dass sich in unseren Gemeinschaften immer mehr eine Kultur des Übernatürlichen entwickelt, dass wir an Wunder glauben und über Wunder erzählen können. Schenke uns den Mut, dass das Beten für Kranke immer mehr normal wird bei uns.

Pastor Roland Bohnen

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