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Tagesimpuls

Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid. (Lk 10,33)

15 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 10, 25–37

In jener Zeit stand ein Gesetzeslehrer auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?
Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?
Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst.
Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben!
Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen.
Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber.
Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber.
Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid,
ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.
Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde?
Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!

Tagesimpuls

Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid. (Lk 10,33)

Wir versuchen, unser Leben zu planen und eine Ordnung in unser Leben zu bringen. Aber man kann nicht alles planen. Hier liegt ein Verletzter am Weg, dem man helfen muss. Das ist in diesem Moment der Nächste, von dem Jesus sagt, dass wir ihn lieben sollen. Der Samariter hat Mitleid. Das ist ein inneres Zeichen. Es berührt ihn, es betrifft ihn. Es ist ein inneres Leiden. Wenn ich dieses innere Leiden spüre, dann weiß ich: Gott hat mir dies ans Herz gelegt. Oft sind es Menschen, für die ich beten soll. Aber in diesem Fall ist es nicht nur beten. Hier muss man helfen.

Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid.

Emotionen sind nicht nur Emotionen, sie sind wichtig. Gott hat uns mit Gefühlen geschaffen. Weil die Gefühle uns manchmal in eine falsche Richtung führen können, haben manche vielleicht negative Assoziationen mit Emotionen. Aber man soll die Gefühle nicht missachten. Sie teilen uns Wichtiges mit. Wie man damit umgeht, das entscheidet der Verstand. Man muss alles prüfen. Aber die Emotion an sich ist auch ein Geschenk Gottes. Was wäre, wenn es ein Gefühl wie Mitleid nicht gäbe? Das Gefühl ist wie ein Motor, der uns zum Handeln antreibt. Aber der Verstand muss lenken.

Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid.

Der barmherzige Samariter hat seinen Verstand eingesetzt. Er wusste, wo seine Grenzen sind. Er bringt den Kranken in die Herberge und lässt für ihn sorgen. Er kann noch Geld geben, aber er kann darüber hinaus nicht mehr tun. Wir müssen auch immer wieder prüfen, was wir tun können, wie viel wir tun können. Dort, wo unsere Grenzen sind, müssen andere weitermachen. Wir müssen die Situation dann in Gottes Hände legen, und natürlich intelligent weitere Hilfe vermitteln, wie es der Samariter gemacht hat.

Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid.

Nächstenliebe besteht also aus Gefühl, Intuition und Verstand. Ich muss spüren und prüfen, was jetzt dran ist, wen Gott mir schickt. Der Wunsch nach Ordnung und Struktur ist berechtigt und wichtig. Ohne das können wir nicht leben. Aber er ist nicht alles. Der Anruf Gottes kann jederzeit dazwischen kommen.

Gebet:

Jesus, ich will offen bleiben für deinen Anruf. Hilf mir, meine Pläne nicht zu festzuzurren, damit ich deinen Anruf erkenne. Hilf mir aber auch, meinem Leben eine Ordnung zu geben, damit ich gut meine Berufung lebe.

Pastor Roland Bohnen

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