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Tagesimpuls

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. (Mt 11,27)

15 Woche im Jahreskreis Mittwoch

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 11, 25–27

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

Tagesimpuls

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. (Mt 11,27)

Wenn ich ein Geheimnis habe, dann bin ich nicht verpflichtet, es jedem zu sagen. Ich vertraue es nur sehr vertrauenswürdigen Menschen an. Ein banales Beispiel, z.B. ein Passwort. Theoretisch könnte ich mir wünschen, dass alle Menschen so ehrlich wären, dass ich es jedem anvertrauen könnte. Vielleicht wird es im Himmel einmal so sein, dass wir keine Geheimnisse mehr haben müssen. Ich weiß es nicht.

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.

Jesus preist Gott dafür, dass er seinen Namen nicht allen offenbart hat, sondern nur den Unmündigen. Gott ist also frei, sich jemandem zu offenbaren oder nicht. Er muss sich nicht offenbaren, wenn er nicht will. Aber warum hält er sich zurück bei manchen? Hier ist die Frage sehr klar beantwortet: Bei den Klugen und Weisen.

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.

Was ist das Problem bei den Klugen? Sie wissen schon alles. Sie wollen nicht mehr lernen. Sie sind nicht mehr offen. Sie haben ihr Weltbild und ihr Gottesbild. Daran halten sie fest und wollen nichts Neues. Was für eine Hybris! Gott ist unendlich! Kann es jemals sein, dass ich damit fertig bin, Gott kennenzulernen?

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.

Die Kinder sind wissbegierig. Ihr ganzes Leben besteht darin, Neues zu lernen. Sie sind offen für die Offenbarung. Ich sehe praktische Beispiele: Jemand lädt Sie zu Besinnungstagen ein, oder zu einer neuen geistlichen Bewegung. Sie antworten: „Ich brauche das nicht, ich haben meinen Glauben.“ Oder die Ordensschwester antwortet: „Wir haben unser Charisma, für uns ist das nicht wichtig.“ Wie viel verpassen wir in unserem Leben, weil wir meinen, schon alles zu kennen und zu wissen! Wie sehr möchte Gott uns helfen, aber wir sind nicht offen dafür! Und mit dem Alter kommt ein Stolz. „Muss ich jetzt von diesen jungen Leuten noch etwas Neues lernen?“

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.

Bei unserer Priesterweihe sagte Bischof Klaus Hemmerle: „Bleiben Sie Anfänger!“ Das habe ich bis heute behalten. Ich möchte immer Anfänger im Glauben bleiben.

Gebet:

Jesus, bitte bewahre mich davor, zu den Klugen und Weisen zu zählen! Bewahre mich vor dem Stolz, nichts Neues mehr lernen zu wollen! Ich will ein Kind bleiben, dass weiß, dass es nichts weiß, aber viel lernen muss.

Pastor Roland Bohnen

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