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Tagesimpuls

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! (Mt 11,28)

15 Woche im Jahreskreis Donnerstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 11, 28–30

In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Tagesimpuls

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! (Mt 11,28)

Wir sind aufgerufen, zu Jesus zu kommen. Wann sollen wir zu ihm kommen? Wie oft sollen wir zu ihm kommen? Ich denke an Jesu Wort: „Ohne mich könnt ihr nichts tun?“ (Joh 15,5). Das bedeutet doch, dass wir nicht nur in unseren Gebetszeiten oder wenn wir zur Messe gehen, sondern auch bei all unseren Tätigkeiten zu Jesus kommen sollen. Am besten ist es, wenn wir unser ganzes Leben in Gemeinschaft mit ihm verbringen. Wir sollen also immer zu ihm kommen.

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid!

Damit es uns gelingt, immer bei ihm zu sein, brauchen wir die besonderen Zeiten mit ihm. Wir brauchen die Zeiten, wo wir nichts anderes machen, wo es nur um ihn geht. Wenn ich beispielsweise im Auto den Rosenkranz bete, dann ist das sehr gut. Aber wenn ich meine Gebetszeiten immer mit anderen Tätigkeiten verbinden würde, dann wäre das nicht gut. Ich brauche die Zeit, wo es um nichts anderes als nur um ihn geht.

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid!

In der geistlichen Tradition gibt es den Begriff der Ablenkungen. Alles, was mich ablenkt von Jesus, ist Sünde. Ich denke sofort an das Fernsehen. Nicht, dass das Fernsehen an sich Sünde wäre. Aber stellt es nicht eine große Ablenkung von Jesus dar? Oder ich denke an den Sport. Ich habe von einem Vater gehört, der festgestellt hatte, dass nach der anstrengenden Arbeitswoche, wo er wenig Zeit für die Familie hatte, dass Wochenende mit seinem Hobby, Sport zu schauen, gefüllt war. Er spürte, wie die Familie, die doch das größte Gottesgeschenk für ihn war, ihm zur Last wurde, weil sie ihn beim Sport-Schauen gestört hatte. Dieser Vater hat sich sein Sport-Hobby abgewöhnt, um in der kostbare Zeit des Wochenendes ganz für seine Familie da zu sein.

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid!

Viele Dinge, die uns von Jesus ablenken, sind nicht in sich Sünde, sondern es kommt auf das Maß an und darauf, ob es jetzt im Willen Gottes ist. Vielleicht empfindet jemand den Begriff „Sünde“ in diesem Zusammenhang zu streng. Aber ich denke daran, dass Jesus einen anderen Sündenbegriff hat als wir. Wir denken: Sünde ist, wenn man etwas Böses tut. Jesus sagt: „Sünde ist, dass sie nicht an mich glauben“ (Joh 16,9). Wenn ich Jesus richtig verstehe, sollen wir in allem auf ihn vertrauen, in allem an ihn glauben, in allem zu ihm kommen und alles mit ihm gemeinsam machen. Wenn wir von ihm weggehen und unser Eigenes machen, dann ist das meiner Meinung nach Sünde. In anderen Religionen mag es so sein, dass Sünde ist, wenn man Böses tut. Für uns Christen ist es meiner Meinung nach mehr. Natürlich auch, wenn man Böses tut, aber noch mehr: wenn man sich von Jesus ablenken lässt, wenn man nicht mehr zu ihm kommt, wenn man einen Alleingang macht.

Gebet:

Jesus, ich möchte den ganzen Tag bei dir sein. Ich erkenne deutlich die Ablenkungen, wenn ich nicht zu dir gekommen bin. Bitte hilf mir, diese Ablehnungen noch entschiedener zu vermeiden. Hilf mir, auch in allen meinen Tätigkeiten zu dir zu kommen und bei dir zu bleiben. Danke, dass du mir die Fähigkeit geschenkt hast, zu denken. Ich will mein Denken dazu benutzen, in deiner Gegenwart zu bleiben.

Pastor Roland Bohnen

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2 Antworten auf „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! (Mt 11,28)“

Lieber Pfarrer Bohnen , Ihre Betrachtung hat mich sehr nachdenklich gemacht .
Auch ich möchte versuchen , meinen Alltag noch mehr mit Jesus zu verbinden .
Danke für Ihre immer wieder guten Anstöße .
Eva-Maria

Persönliche Gedanken von Viktor-Maria Stein, Eggenfelden zu:

Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! (Mt 11,28)

Es ist ein Trost, denn diese Worte enthalten das Versprechen auf Linderung, die aus der Liebe Gottes stammt. Freude, denn sie bewirken, daß das Herz im Leben sicher an diese Versprechen glaubt. Hoffnungen, weil diejenigen, die an Christus glauben, wissen, dass auf dem Weg durch diese Welt, die sich gegen Gott und gegen uns wendet, nicht alles zu Ende geht, sondern dass schon oft ein „Ende“ der „Anfang“ von viel besseren Dingen war, wie uns uns die Auferstehung Christi gezeigt hat.

Unsere Bestimmung, als Beginn der Neuheiten in Gottes Liebe, ist es, immer bei Christus zu sein. Unser Ziel ist es, unaufhörlich auf Christ Liebe zuzugehen, auf das ‚Joch’ eines Gesetzes, das nicht auf den begrenzten Möglichkeiten menschlicher Willensanstrengungen aufruht, sondern das seinen Grund im ewigen Heilswillen Gottes hat.

In diesem Sinne: Gelobt sei Jesus-Christus, in Ewigkeit – Amen.

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