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Tagesimpuls

Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! (Lk 12,15)

18 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 12, 13–21

In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen!
Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt?
Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin, dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.
Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte.
Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.
Dann werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freue dich!
Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast?
So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist.

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Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier! (Lk 12,15)

Die Sünde ist immer eine Übertreibung oder eine Verdrehung (Perversion) von etwas Gutem. Das Arbeiten und Vorsorgen ist eigentlich etwas Gutes. Aber es kann zu solchen Exzessen führen, dass ein Mensch seine Seele verliert. Dann ist man gefangen in einem totalen Egoismus. Jesus nennt es Habgier, und die Tradition der Kirche zählt die Habgier zu einer der sieben Hauptsünden. Die Hauptsünden (man muss sie unterscheiden von den Todsünden) sind dadurch definiert, dass sie besonders hartnäckig sind, dass man sich aus ihnen nicht leicht befreien kann.

Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier!

Wenn so eine Hauptsünde zur Gewohnheit geworden ist, dann braucht man eine große Gnade um davon frei zu werden. Paulus sagt in Epheser 6, dass es ein Kampf ist, der nicht nur gegen Fleisch und Blut geht, sondern gegen die Mächte der Finsternis. Wenn es nur gegen Fleisch und Blut ginge, dann würde ein wenig Anstrengung genügen. Wenn es aber gegen die Mächte der Finsternis geht, die einen gefangen halten, dann brauchen wir die Segenswirkungen der Sakramente, ganz besonders der Beichte.

Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier!

Der Sinn des Lebens besteht darin, vor Gott reich zu sein. Im Deutschen sprechen wir sogar vom „Himmelreich“, darin steckt das Wort „reich“. Wenn Jesus in uns ist, dann sind wir im Himmelreich, und das beginnt schon im Hier und Jetzt. Wenn sein Wort in uns ist, sind wir im Himmelreich, wenn wir die Kommunion empfangen, sind wir im Himmelreich. Das ist unser Reichtum. Es ist ein Reichtum an Liebe und an Vertrauen.

Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier!

Wie gesagt, es ist keine Aufforderung, seine Berufspflichten schleifen zu lassen. Es ist wohl aber eine Aufforderung zum Vertrauen. Wenn ich meinen Teil getan habe, dann soll ich vertrauen, dass Gott für mich sorgt. Ich soll auch an andere ärmere Menschen denken und dabei vertrauen, dass mein Leben nicht dadurch ruiniert wird, weil ich die Nächstenliebe praktiziert habe. Es geht eben um das richtige Maß. Vorsorge treffen ist gut, aber Habsucht ist schlecht.

Gebet:

Jesus, wir brauchen ein Gespür der Liebe, damit wir das Richtige tun. Hilf uns, auf dich zu vertrauen und die Liebe zu üben, damit der trügerische Reichtum uns nicht zur Habsucht verführt. Hilf uns, dass wir immer frei bleiben, unseren Nächsten zu helfen.

Pastor Roland Bohnen

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