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Tagesimpuls

Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. (Mt 16,20)

18 Woche im Jahreskreis Donnerstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 16, 13-23

In jener Zeit als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.
Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen.
Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!
Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

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Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. (Mt 16,20)

Als ich den Jesusfilm „The Chosen“ gesehen habe, wurde mir dieses sogenannte Messiasgeheimnis etwas klarer. Ich hatte es nie richtig verstanden, warum Jesus nicht wollte, dass die Jünger das schon verkündeten. Natürlich hatte ich schon viele Erklärungen dafür gehört. Aber trotzdem blieb es für mich eine offene Frage.

Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

In dem Film nun gab es eine Szene, wo verschiedene Verwandte Jesus in Nazareth wiedertrafen, nachdem Jesus schon in der Öffentlichkeit gewirkt hatte. Viele drückten sich sehr lobend über ihn aus. Eine (vermutlich sollte es eine Tante sein), erzählte, dass einige Leute behaupten, Jesus hätte gesagt, er sei der Messias. Sie hätte dem aber energisch widersprochen, dass sie das nicht glaube, denn so etwas könnte er nie gesagt haben. Sie wollte Jesus also verteidigen, indem sie behauptete, dass Jesus so etwas Unerhörtes ganz gewiss nicht gesagt haben könnte.

Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Mit dieser Szene, aber nicht nur damit, sondern auch dadurch, dass das mir durch den Film das Leben der Menschen zur Zeit Jesu so sehr nahegebracht wurde, wurde mir klarer als bisher, wie sehr unerhört so eine Aussage auf die Menschen gewirkt haben muss. Wir sprechen heute so viel von der Liebe Gottes. Im Volk Israel wurde die Heiligkeit Gottes sehr betont. Man durfte nicht einmal seinen Namen aussprechen. Wie sehr musste es Anstoß erregen, wenn jemand behauptete, der Sohn Gottes zu sein.

Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Dass Jesus auf die Welt gekommen ist, um sich uns zu offenbaren, ist klar. Er konnte und wollte sein Geheimnis auf die Dauer nicht verborgen halten. Aber dass Jesus Schritt für Schritt vorgehen wollte und die Jünger dementsprechend angewiesen hatte, dass kann ich inzwischen auch besser verstehen. Es geht nicht darum, nichts, zu sagen, sondern um die Art und Weise, wie man es sagt und wann der richtige Zeitpunkt ist.

Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Das heißt für uns aber nicht, dass wir noch zurückhaltender sein sollen mit unserer Evangelisierung. Für manche, die sehr aufdringlich sind, mag es das zwar bedeuten, aber im Allgemeinen tendieren wir sowieso schon dazu, dass wir zu sehr zurückhaltend sind. Jeder muss es für sich herausfinden. Viele müssen wahrscheinlich mutiger werden, manche müssen vielleicht doch etwas diplomatischer sein.

Gebet:

Jesus, danke, dass ich heute mehr verstehe, warum du am Anfang noch zurückhaltend warst. Du wusstest, dass viele Menschen deine Botschaft nicht annehmen konnten. Bitte zeige uns, wie wir uns verhalten sollen! Hilf uns mutiger zu werden, aber zeige uns auch, wo wir vielleicht zurückhaltender sein sollen.

Pastor Roland Bohnen

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2 Antworten auf „Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. (Mt 16,20)“

Das ist sehr gut beschrieben
Nach meiner Bekehrung war ich auch sehr aufdringlich und habe auch einiges an zwischenmenschlichen kaputt gemacht.

Ich habe zu dieser Stelle mal eine Schrifterforschung (Scrutatio) in der Jerusalemer Bibel gemacht, die sich für so etwas sehr gut eignet. Der Begriff Messias war für die Juden, damit verbunden, daß es sich um den König handelt, der Israel von den Römern befreit und das Reich Gottes wiederherstellt, wenn nötig mit Waffen. Dem wollte Jesus vorbeugen und erst Recht keinen Raum geben und hat den Jüngern verboten vor seiner Auferstehung diesen Begriff zu verwenden. Ich finde, daß wir das auch in the Chosen deutlich in den Szenen sehen, wo Jesus traurig ist, daß sogar seine Apostel- Jünger nicht verstehen. Nur Maria von Magdala versteht ihn, wahrscheinlich weil sie eine größere Liebe zu ihm hat. Denn jemanden lieben heißt ja auch erkennen.

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