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Tagesimpuls

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. (Mt 1 6,24)

18 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 16, 24-28

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.
Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

Tagesimpuls

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. (Mt 16,24)

Jesus hatte sein eigenes Leiden angekündigt. Petrus wollte das nicht, aber das waren menschliche Gedanken, nicht das, was Gott will. Es war sogar ein Werk des Teufels, Jesus von seinem Weg abzubringen. Der Weg Jesu dagegen ist hingebende Liebe. Das ist der Weg Gottes. Jesus ist ganz er selbst, wenn er die Menschen liebt bis zur Selbsthingabe am Kreuz. Darin findet er seine Bestimmung, darin findet er seine Identität. Die Hingabe am Kreuz ist nicht etwas, was zu seinem Sein noch dazu kommen würde, nein, das genau ist Jesus, das genau ist sein Sein. Ohne seine Liebe, die bis zum Kreuz geht, wäre er nicht Jesus.

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Für uns trifft das auch zu, denn jeder von uns hat eine Berufung. Wir finden erst ganz zu uns selbst, wenn wir in liebender Beziehung leben – zu Gott und zu den Mitmenschen. Unser Sein ist Beziehung. Unsere Identität finden wir nicht, wenn wir für uns selbst bleiben. Beim anderen sein, das ist unsere eigentliche Identität. Es geht nicht darum, dass ich mein Ich behaupte, sondern es geht darum, wie ich für andere da sein kann. Darin finde ich meine Berufung.

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Jemand könnte einwenden: Wir brauchen aber auch mal Zeit für uns selbst. Wir sollen auch uns selbst lieben. Wir müssen z.B. mal Urlaub machen dürfen. Das ist alles richtig. Jeder Mensch muss sich ausruhen und entspannen. Aber das Wesen des Menschen besteht trotzdem nicht darin, um sich selbst zu kreisen. Auch wenn ich entspanne, dient dies dazu, mich wieder mit neuer Kraft meinen Nächsten zuwenden zu können. Auch ein Kranker, der im Bett liegt, bleibt immer ein Beziehungswesen. Er kann der Krankenschwester, die ihn pflegt, eine Freude machen und ihr den Tag verschönern. Er kann vielleicht für viele beten. Unser Leben bleibt immer auf die anderen ausgerichtet. Wenn wir aufhören, Beziehungswesen zu sein, dann werden wir unglücklich und leben nicht mehr in unserer Berufung.

Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Heute ist Freitag. Wir können bewusste Akte der Selbstverleugnung praktizieren, indem wir auf etwas verzichten. Das kann Essen sein, es kann auch unser Wille sein. Es kann sein, dass wir jemandem Zeit schenken, obwohl wir glauben, selbst zu wenig Zeit zu haben. Wenn wir es wollen, dann wird der Heilige Geist uns zu etwas inspirieren, wie wir uns selbst verleugnen können. Es kann auch ein Akt der Demut sein oder jemanden verzeihen. Wir werden dann feststellen, dass es uns glücklich macht, weil wir dann in unserer Bestimmung leben.

Gebet:

Jesus, die Selbstverleugnung scheint im ersten Moment nicht attraktiv zu sein. Aber es ist der Weg, wie wir glücklich werden können. Bitte inspiriere uns durch die Liebe des Heiligen Geistes zu Akten der Selbstverleugnung! Zeige uns, was wir heute tun können, um uns mehr den Mitmenschen zuzuwenden und damit sie und uns glücklich zu machen!

Pastor Roland Bohnen

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