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Tagesimpuls

Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? (Mt 19 ,27)

20 Woche im Jahreskreis Dienstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 19, 23-30

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen.
Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.
Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.
Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Tagesimpuls

Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? (Mt 19,27)

Wir können in dieser Welt nichts festhalten. Wir können es eine Zeit lang festhalten, aber irgendwann müssen wir alles einmal loslassen. Ich nehme einmal ein sehr simples Beispiel. Angenommen man liebt gutes Essen oder viele Süßigkeiten. Wenn man sehr daran festhält und man es nicht loslassen will, kommt irgendwann einmal der Zeitpunkt, wo man es doch loslassen muss, weil man es gesundheitlich nicht mehr verträgt. Mir scheint, dass das Leben eine Chance ist, die Gott uns gibt, ihm freiwillig viel zu schenken. Wenn wir die Chance nicht nutzen, müssen wir es irgendwann doch loslassen. Und selbst dann können wir es ihm immer noch freiwillig als Geschenk aufopfern.

Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?

Ich beobachte Eltern, die mit ihren Kindern zur Messe gehen. Vor der Kollekte drücken die Eltern den Kindern Geld in die Hand, und die Kinder sind dann ganz stolz, wenn sie es in das Körbchen werfen dürfen. Genauso hat uns Gott vieles in die Hand gegeben, nicht um es festzuhalten, sondern um es für die Liebe zu gebrauchen, indem wir es ihm zurück schenken. Wir schenken es Gott zurück, indem wir für uns darauf verzichten und Gutes damit tun.

Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?

Was soll man nun loslassen, und was soll man behalten? Es kommt sehr darauf an, was man braucht. Wenn ich z.B. mein Auto verschenken würde, dann würde mein Leben nur kompliziert, aber niemand hätte dadurch etwas gewonnen. Auch Ordensleute brauchen meistens ein Auto, um ihren Dienst gut tun zu können. Ich denke immer an den Heiligen Josef. Der brauchte auch eine gute Säge und gutes Werkzeug.

Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?

Ich würde die Frage gern so beantworten: Wir können in uns hinein-hören, und ich glaube, dass jeder genau weiß, was er loslassen soll. Wenn wir erst mal das loslassen, wo wir sicher wissen, dass das gut wäre, und was wir vielleicht gar nicht immer schaffen, dann haben wir schon einen guten ersten Schritt getan. Vielleicht erkennen wir dann im Laufe der Zeit weitere Schritte. Es geht nicht darum, bettelarm zu werden, auch wenn das bei einigen Berufungen (z.B. bei einem Bettelorden) so sein kann. Wir haben sehr verschiedene Berufungen. Aber eins haben wir alle: Wir alle sind immer aufgerufen, etwas loszulassen. Stellen wir uns vor, die Kinder würden das Geld nicht ins Körbchen werfen sondern für sich behalten wollen! Da würde jeder sofort erkennen, dass das nicht richtig ist.

Gebet:

Jesus, ich weiß genau, was ich loslassen muss, aber mir gelingt es nicht immer. Immer wieder neige ich dazu, an etwas festzuhalten, was ich loslassen sollte. Bitte hilf mir beim Loslassen. Und ich bete für alle, die nicht erkennen, was sie loslassen sollen, dass du es ihnen zeigst.

Pastor Roland Bohnen

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