21 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 23, 23-26
In jener Zeit sprach Jesus:
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen.
Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und Schüsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt.
Du blinder Pharisäer! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein.
Tagesimpuls
Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele. (Mt 23,24)
Diese Botschaft ist leicht zu verstehen. Man befolgt bestimmte Gebote, die sehr leicht fallen, aber das, was wichtig wäre, missachtet man. Von irgendwelchen Kräutern, die kaum etwas kosten, den Zehnten zu geben, ist kein Problem. Heute würde Jesus vielleicht sagen: „Ihr werft ein paar Cent in den Klingelbeutel, aber bei der Steuererklärung betrügt ihr und steckt euch einige Tausend Euro in die Tasche, obwohl es Betrug ist.“ Wenn man es nicht schafft, erst mal das Wichtigste zu tun, dann soll man wenigstens nicht so tun, als wäre man perfekt. Die Befolgung der Kleinigkeiten werden zu einem Alibi. Man macht sich und den anderen etwas vor. Man will damit den Eindruck erwecken, ein guter Christ zu sein, aber in Wirklichkeit gibt es keinerlei echtes Bemühen darum, es ist nur vordergründige Schau!
Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele.
Sehr schön ist die Anspielung Jesu im letzten Vers: „Haltet den Becher zuerst innen sauber!“ Jesus spielt auf das reine Herz an. Mit welcher Absicht tue ich alles. Es ist umgekehrt, wie es in unserer Gesellschaft funktioniert. Wir beurteilen alles von außen, ob jemand etwas gut gemacht hat. Jesus beurteilt aber das Herz, ob jemand sich Mühe gegeben hat, ob jemand es gut gemeint hat, ob jemand etwas mit Liebe getan hat, auch wenn es nicht gelungen ist.
Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele.
Wir müssen also lernen, die richtigen Prioritäten zu setzen, nicht Dinge zu tun, damit wir vor anderen gut dastehen oder die darüber hinwegtäuschen sollen, dass wir in vielem noch nicht so sind, wie es sein sollte. Was nützt es, wenn wir Mücken aus dem Essen aussieben, Kamele aber verschlucken? Dann sollte man doch erst mal die Kamele weglassen. Was sind meine Kamele, die ich weglassen sollte? Was sind meine Mücken, die ich viel zu wichtig nehme?
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du mich zum Nachdenken bringst. Was sind die wirklichen Prioritäten, auf die ich mich fokussieren soll? Hilf mir, mich nicht an Nebensächlichkeiten aufzuhalten! Bewahre mich davor, Dinge nur zu tun, um einen guten Eindruck zu machen! Ich will kein Alibi-Christ sein. Hilf mir, dass mein Herz von Innen rein ist.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 – 3627
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