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Tagesimpuls

Seid wachsam! (Mt 24,42)

21 Woche im Jahreskreis Donnerstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 24, 42-51

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen?
Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt!
Amen, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen.
Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!,
und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert,
dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt;
und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

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Seid wachsam! (Mt 24,42)

Wir kennen ein ähnliches Wort, das sehr modern geworden ist: Achtsamkeit. Bei der Achtsamkeit achtet man auf sich selbst. Bei der Wachsamkeit achtet man auf einen anderen. Die moderne Welt stellt den Menschen in den Mittelpunkt, das Ich, das Ego. Jesus stellt Gott in den Mittelpunkt. Wir sollen wachsam sein, damit wir ihn erkennen, wenn er kommt.

Seid wachsam!

Wir haben hier die Spannung, dass er schon da ist, aber dass er auch erst kommen wird. Wir dürfen diese Spannung nie auflösen. Wenn man sagen würde: „Jesus ist sowieso immer da, es ist egal, wie wir leben oder was wir machen“, das wäre falsch. Ebenso falsch wäre es, wenn wir sagen würden: „Gott ist transzendent, er ist nicht bei uns, aber er wird kommen am Ende der Zeit.“ Wie kann man richtig mit der Spannung leben, dass man sie nicht einseitig auflöst? Wir sind wachsam für seine Gegenwart im Jetzt. Aber gleichzeitig sehnen wir uns danach, dass er noch mehr komme, dass seine Gegenwart in uns – und damit dann auch in der Welt – noch stärker werden möge.

Seid wachsam!

Ich versuche, Jesus in alle Situationen mit hineinzunehmen. Gerade wenn mich etwas bedrängt, dann bete ich dafür, dann bringe ich es zu Gott, manchmal Wochen lang. Wenn dann die Situation eintritt, dann kann Gott durch mich wirken, und auch durch die anderen. Gerade das Unangenehme, das, was mich bedrängt, will ich nicht verdrängen, sondern immer wieder ins Gebet bringen, damit Gott in diese Situation hineinkommen kann. Nichts soll ausgeblendet werden, so dass ich möglichst den ganzen Tag unter seinem Blick leben kann.

Gebet:

Jesus, es gibt im Laufe des Tages immer wieder Momente, wo ich nicht wachsam bin, wo ich dich vergesse, wo ich dich nicht in die Situation mit hineinnehme. Bitte verzeih mir. Ich will ganz wachsam sein und ganz mit dir leben.

Pastor Roland Bohnen

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