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Tagesimpuls

Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid. (Lk 5,36)

22 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 5, 33-39

In jener Zeit sagten die Pharisäer und Schriftgelehrten zu Jesus: Die Jünger des Johannes fasten und beten viel, ebenso die Jünger der Pharisäer; deine Jünger aber essen und trinken.
Jesus erwiderte ihnen: Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist?
Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; in jenen Tagen werden sie fasten.
Und er erzählte ihnen auch noch ein Gleichnis: Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid; denn das neue Kleid wäre zerschnitten, und zu dem alten Kleid würde das Stück von dem neuen nicht passen.
Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Denn der neue Wein zerreißt die Schläuche; er läuft aus, und die Schläuche sind unbrauchbar.
Neuen Wein muss man in neue Schläuche füllen.
Und niemand, der alten Wein getrunken hat, will neuen; denn er sagt: Der alte Wein ist besser.

Tagesimpuls

Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid. (Lk 5,36)

Ich möchte einen Vergleich zu Computerprogrammen ziehen. Manchmal gibt es von einer Firma ein neues Programm, und das alte wird nicht mehr unterstützt. Man muss also jetzt das neue installieren, wenn man weiter damit arbeiten will. Man könnte auch andere Vergleiche finden, wo sich Dinge im Leben ändern, und wo wir mit den Veränderungen mitgehen sollten.

Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid.

Gott hat Jesus zu uns gesendet. Von Gott her ist damit eine ganz neue Zeit angebrochen. Johannes und die Pharisäer gehören noch der alten Zeit an. Sie befolgen die Gebote der alten Zeit. Jesus sagt, dass man das nicht mehr befolgen muss, wenn man schon im Neuen lebt. Ich finde einen Aspekt aus meinem obigen Vergleich interessant zu bedenken. Bei den modernen Computerfirmen wird oft das Alte nach einer gewissen Zeit nicht mehr unterstützt. Unterstützt Gott das Judentum noch mit seinem Segen? Ich würde sagen, dass Gott das Alte immer noch unterstützt, obwohl er sich danach sehnt, dass wir zum Neuen übergehen.

Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid.

Jesus bezeichnet sich selbst als den Bräutigam. Auf einer Hochzeit kann man nicht fasten, das ist klar. Damit betont Jesus, worin das Neue besteht. Es ist die Liebe des Bräutigams. Man kann zwar nicht behaupten, dass es im Judentum keine Liebe zu Gott geben würde, aber diese Liebe, die dieser Bräutigam zu uns freisetzt durch seine Hingabe am Kreuz, das ist eine Liebe, die es so noch nie gegeben hat. Und wenn das keine Steigerung zum Alten wäre, dann hätte Jesus nicht kommen und dieses Leid nicht auf sich nehmen müssen. Die Liebe des Bräutigams ist etwas ganz Besonderes, und Gott wünscht sich, dass alle Menschen diese Liebe kennenlernen.

Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid.

Jesus ist nicht gegen das Fasten. Er will nur nicht das Alte einfach so weitermachen. Wir Christen kennen auch das Fasten, gerade heute am Freitag. Es fördert unsere Liebe zum Bräutigam. Wenn es das tut, dann ist es richtig. Wir spüren, was unsere Liebe zu ihm fördert: Wenn wir beten, wenn wir fasten, wenn wir uns in den Sakramenten mit ihm vereinigen.

Gebet:

Jesus, ich will deine Liebe in mich aufnehmen. Du bist der Bräutigam. Es ist eine Liebe, die alles Weltliche übersteigt. Hilf mir, offen für deine Liebe zu sein, dass ich mich lieben lasse, wie du mich lieben willst. Hilf mir, dir meine Liebe zurückzuschenken. Ich will auch fasten. Bitte zeige mir, wie ich fasten soll, wie es dir gefällt.

Pastor Roland Bohnen

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