23 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 6, 12-19
In jenen Tagen ging er auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel.
Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot,
Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.
Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon
strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt.
Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.
Tagesimpuls
Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. (Lk 6,12)
Wir haben einen Gebetsraum, wo wir eine ewige Anbetung aufbauen. Ich habe jede Woche zwei Betstunden in der Nacht von Montag auf Dienstag von 2 bis 4 Uhr. Daher fühle ich mich von diesem Vers jetzt angesprochen und bestätigt. Jesus ist unser Vorbild auch im Nachtgebet. Es gibt Ordensgmeinschaften, die auch das Nachtgebet praktizieren. Es gehört fest zur Tradition z.B. in der benediktinischen Regel, bei den Karthäusern oder Trappisten, aber auch in anderen Gemeinschaften. Allerdings muss man sagen, dass es heutzutage nicht mehr überall gleich streng praktiziert wird.
Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
Viele, die das Nachtgebet praktizieren, berichten von größeren Gnaden, die sie in den Nachtstunden empfangen. Ich selbst bin das erste Mal von einem indischen Pater auf das Nachtgebet aufmerksam gemacht worden. Ich erzählte ihm von vielen geistlichen Widerständen gegen unsere Bemühungen zur Evangelisation. Darauf fragte er, ob wir denn ein Nachtgebet hätten. Er meinte, dass der Teufel in der Nacht all das umwerfe, was wir am Tag aufgebaut hätten. Er sah das Nachtgebet als eine Form des geistlichen Kampfes. Damals taten wir uns mit einer Gruppe von Mitarbeitern zusammen, und jeder übernahm eine Nachtstunde.
Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
Später hörten wir vom Gebetshaus Augsburg und wurden dazu inspiriert, Gott Tag und Nacht ununterbrochen anzubeten. Dann erfuhren wir von der Anbetungsinitiative, für die Pfr. Bernhard Hesse wirbt. Wir erfuhren vom Adoratio Kongress mit Bischof Oster. Inzwischen breitet sich die 24/7 Anbetung immer mehr aus. Als ich vor Jahren in Atlanta war, nahm mich meine Gastgeberin zur Anbetungsstunde mit. Dort gab es allein drei Kirchen, in denen ich die ewige Anbetung erlebt habe, man sagte mir aber, dass es in Atlanta noch mehr 24/7 Anbetungen gäbe. Es schien so, als gehöre es in den USA für eine Pfarrei zum guten Ton, dass man auch 24 /7 anbietet. Das war schon im Jahre 2005.
Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
Ich will nicht verschweigen, dass es für mich anstrengend ist, und dass auch mein Rhythmus dadurch etwas durcheinander geworfen wird. Aber vielleicht ist genau das auch der Grund, warum es so gut ist. Ich habe erkannt: Wenn ich mich schon abends auf die Betstunde freue, dann fällt es leichter. Es hat viel mit meiner positiven Einstellung zu tun, ob es mir schwer oder leicht fällt. Ich muss mich an meine Kindheit erinnern. Wir fuhren einmal schon mitten in der Nacht weg in Urlaub. Da konnten wir Kinder alle gern und leicht aufstehen, ganz anders als das tägliche Drama, wenn wir rechtzeitig zur Schule aufstehen mussten. Schon damals als Kind wurde mir bewusst: Wie viel leichter geht es doch, wenn man sich auf etwas freut!
Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
Manche Menschen haben Angst, nachts zum Gebetsraum zu fahren. Wenn man vergleicht, wie vielen Risiken man sich im Leben aussetzen muss, z.B. im Straßenverkehr, dann ist das Risiko, Opfer eines Überfalls zu werden, verschwindend gering. Vermutlich hilft das vielen Ängstlichen nicht, ihre Angst abzulegen. Aber vielleicht hilft es doch dem ein oder anderen, einmal über eine Nachtanbetungsstunde nachzudenken.
Gebet:
Jesus, du hast in der Nacht gebetet vor einer wichtigen Entscheidung. Du hast vermutlich auch nachts gebetet und um uns vor den Angriffen des Teufels zu beschützen. In Getsemani hast du in der Nacht gebetet vor deinem großen Sieg über den Teufel. Auch ich will dir treu sein und dir in deinem Ringen beistehen. Bitte gib mir die Kraft, dass ich dir mit dieser wöchentlichen Stunde auch über längere Zeit die Treue halte.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
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Eine Antwort auf „Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. (Lk 6,12)“
Interessant. Die geistliche Bedeutung des Nachtgebetes war mir bisher nicht so klar.