25 Woche im Jahreskreis Donnerstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 9, 7-9
In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes von allem, was durch Jesus geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden.
Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.
Tagesimpuls
Er wusste nicht, was er davon halten sollte. (Lk 9,7)
Geht es uns nicht auch so? Die Leute können uns schlecht einordnen. Sind wir konservativ? Ja, aber deswegen sind wir nicht stur, unsensibel oder rechthaberisch, wie man es manchmal Konservativen vorwirft. Sind wir modern? Eigentlich auch, denn wir sind innovativ, in manchen Formen ganz neu und ganz frei, aber wir sind deswegen nicht liberal in einem Sinne, dass wir uns nicht an die katholische Lehre halten würden. Wir sind eben schlecht einzuordnen, schlecht in Schubladen zu packen.
Er wusste nicht, was er davon halten sollte.
Ich behaupte nicht, dass wir auf andere Menschen denselben Eindruck machen, den Jesus auf Herodes gemacht hat. Aber ich sehe doch einen gewissen Vergleichspunkt. Ein Christ erregt Aufmerksamkeit. Wenn der Heilige Geist lebendig in einem wirkt, dann ist man mehr als nur ein normaler bürgerlicher Katholik, der selten zur Messe geht, dem man sein Katholisch-Sein nicht anmerkt und der keinen Anstoß erregt. Wenn wir unseren Glauben leben, dann wundern sich die Leute. Mir sagten sie schon oft, was ich machen würde, sei eine Sekte. Und es ist tatsächlich geschehen: Als wir damals das aus den USA stammende katholische Jugendprogramm Lifeteen einführten, untersuchte uns der Sektenbeauftragte des Bistums Aachen – und das, obwohl der Bischof hinter uns stand. Wie oft habe ich damals gehört: „Lifeteen ist eine Sekte“, nur, weil da Jugendliche waren, die ihren Glauben plötzlich ernster nahmen und regelmäßig zur Kirche und in die Jugendgruppe kamen.
Er wusste nicht, was er davon halten sollte.
Ich möchte, weil es auch ein wenig amüsant ist, noch mal einen lieben Mitarbeiter zitieren, der seit Anfang des Jahres nach einer mystischen Erfahrung regelmäßig kommt und mitmacht. Davor war er sporadisch mal zur Kirche gekommen. Und seine Nachbarin fragte ihn, weil er jetzt so oft zur Kirche geht: „Muss ich mir langsam Sorgen um dich machen?“
Er wusste nicht, was er davon halten sollte.
Die Leute wissen nicht, was sie davon halten sollen, genau wie damals Herodes. Wenn das so ist, dann leben wir unseren Glauben. Wenn sich niemand über uns wundert, dann müssen wir uns fragen, ob das Feuer in uns noch lebendig ist.
Gebet:
Jesus, lass dein Feuer in uns brennen, damit die Menschen aufmerksam werden durch unser Zeugnis. Bitte nimm uns alle Angst davor, von den Menschen nicht verstanden zu werden. Das, was du in uns bewirkst, das kann man nicht verstehen. Man kann es nur wahrnehmen, staunen und beginnen, dich zu suchen.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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