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Tagesimpuls

Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden. (Lk 9,22)

25 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 9, 18-22

In jener Zeit, als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute?
Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes.
Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.
Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.

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Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden. (Lk 9,22)

Zur Zeit Jesu hatten die Menschen sehr verschiedene Messiasvorstellungen. Wenn Petrus mit den Jüngern bekennt, dass Jesus der Messias Gottes ist, dann ist damit noch nicht geklärt, was mit dem Wort Messias gemeint ist. Wörtlich heißt es übersetzt „der Gesalbte“, auf griechisch übrigens „Christos“. Man hatte einen mit dem Heiligen Geist gesalbten Retter am Ende der Zeit erwartet. Die Erwartungen bezogen sich aber eher auf einen von Gott Gesandten. Die Idee, dass Gott dreifaltig ist und seinen Sohn sandte, dass also Gott selbst kommen würde, hatten die Menschen damals nicht.

Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden.

Nun fügt Jesus noch hinzu, dass der Messias leiden müsse. Damit hatte wirklich niemand gerechnet. Man hätte eher an einen von Gott gesandten König gedacht, der das Leiden beendet, der den Bösen und dem Bösen Einhalt gebietet, der die Macht hat, das Böse mit all seinen leidvollen Auswirkungen zu beenden. Dass der erwartete Messias selbst leiden müsse, war etwas völlig Neues, was die Jünger erst langsam lernen mussten. Daher wiederholt Jesus seine Leidensankündigung dreimal während der Zeit, die er mit den Jüngern gemeinsam geht. Das Lernen der Jünger brauchte Zeit, und auch wir brauchen Zeit, um diese Wirklichkeit anzunehmen.

Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden.

Überwindet Jesus denn nicht das Böse? Doch, er überwindet es, indem er das leidet, was wir eigentlich leiden müssten. Er erfüllt die Erwartungen, aber er erfüllt sie anders, als wir gedacht haben. Und so ist es bis heute. Immer wieder fragen Menschen, warum Gott das Leiden nicht beendet. Und wir können nur antworten, dass das Leiden Teil des christlichen Weges ist, Teil des christlichen Erlösungsweges. „Wir leiden mit Christus, um auch mit ihm aufzuerstehen“, schreibt Paulus. Durch das Leiden führt Jesus uns zur Auferstehung, zur Erlösung, zum Frieden.

Gebet:

Jesus, du hast uns den Weg Gottes offenbart, wie er die Welt retten will, durch dein Leiden und dadurch, dass wir an deinen Leiden Anteil haben. Bitte bewahre uns vor falschen Heilsvorstellungen! Lass uns mit dir den Weg gehen, den du uns gezeigt und den du vorausgegangen bist. Wir wollen fest auf dich vertrauen: Was Gott tut, das ist wohlgetan.

Pastor Roland Bohnen

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