26 Woche im Jahreskreis Mittwoch
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 9, 57-62
In jener Zeit als Jesus und seine Jünger auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.
Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben.
Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen.
Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.
Tagesimpuls
Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. (Lk 9,58)
Wir bleiben beim Ernst der Nachfolge, wie gestern. Wenn Jesus in Richtung Jerusalem geht, dann wissen die Jünger schon, dass das nichts Gutes bedeutet. Gestern hatte man ihm ein Quartier für die Übernachtung verweigert. Heute erklärt er denen, die seine Jünger sein wollen, dass dieser Weg nicht einfach sein wird. Es erinnert ein wenig an die Zebedäussöhne, die die wichtigsten Plätze neben Jesus haben wollten. Diesen antwortet Jesus: „Könnt ihr den Kelch trinken?“ Können wir den Weg auf uns nehmen, wenn wir wirklich Jesu Jünger sein wollen?
Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Es scheint tatsächlich einen Unterschied zu geben zwischen Christsein und Jünger-Sein. Viele Menschen sind als Christen getauft und orientieren sich mehr oder weniger an Jesus. Aber wer ist so entschieden, dass er sich zumindest bemüht, sich in allem an Jesus zu orientieren, in seinem ganzen Leben? Wer das versucht, der stellt schnell fest, dass es kein leichter Weg ist. Sogar aus den Reihen der anderen Christen kommt Spott oder Ablehnung, man wird als Fanatiker bezeichnet, und die anderen finden es übertrieben.
Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Derjenige, der sich echt um die Jüngerschaft bemüht, bleibt ein sündiger Mensch. Wahrscheinlich leidet er noch viel mehr unter seiner Schwäche als die anderen. Ich meine hier wirklich nicht Vollkommenheit oder Perfektionismus. Wenn ich sage, dass der Jünger sich in allem bemüht, sich an Jesus zu orientieren, dann meine ich nicht damit, dass es ihm in allem immer gelingt. Ein Jünger ist einer, der ständig hinfällt, aber wieder aufsteht. Ein Jünger ist einer, der auf die Barmherzigkeit Jesu vertraut. Therese von Lisieux, deren Fest wir heute feiern, sagte, dass ein kleines Kind sich kaum verletzt, wenn es fällt, weil es so klein ist. Das ist ein Jünger, er ist demütig, er kann nicht an der Vergebung und an der Barmherzigkeit Jesu zweifeln. Er weiß, dass er nichts schafft, aber er will einfach in der Gemeinschaft mit Jesus leben und im Vertrauen auf seinen himmlischen Vater. Wenn der Weg schwer ist, dann ist er eben schwer. Hauptsache, der Jünger kann in der Gemeinschaft mit Jesus sein.
Gebet:
Jesus, ich will dein Jünger sein, auch wenn der Weg nicht leicht ist. Ich will nicht auf die Menschen achten, die das übertrieben oder fanatisch finden, weil ich oft zu dir zur Messe komme. Gib mir immer wieder die Kraft, auch die schweren Dinge zu tragen, wie du sie getragen hast.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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