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Tagesimpuls

Er aber meinte den Tempel seines Leibes. (Joh 2,21)

Weihetag der Lateranbasilika

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 2, 13–22

Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern; das Geld der Wechsler schüttete er aus,
ihre Tische stieß er um
und zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
Seine Jünger erinnerten sich, dass geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren.
Da ergriffen die Juden das Wort und sagten zu ihm: Welches Zeichen lässt du uns sehen, dass du dies tun darfst?
Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
Er aber meinte den Tempel seines Leibes.
Als er von den Toten auferweckt war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

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Er aber meinte den Tempel seines Leibes. (Joh 2,21)

Die Lateranbasilika war vor dem Petersdom die Hauptkirche Roms und die Kirche des Papstes. Sie war damit also die wichtigste Kirche der Christenheit. Das Kirchweihfest hatte in früheren Generationen eine weitaus höhere Bedeutung als heute. Bis heute zeugen davon aber noch die Kirmes-Veranstaltungen. Das Wort Kirmes leitet sich von Kirchweih ab. Der Jahrestag der Kirchweihe war ein großes Fest, mit dem Charakter eines Volksfestes. Und die Feier der Kirchweihe von unserer Hauptkirche in Rom wurde nicht nur dort, sondern überall in der Kirche feierlich begangen. So ist das heutige Fest entstanden.

Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

Heute legen wir nicht mehr so viel Wert auf Gebäude. Sogar die Kirche als Institution wird nicht sehr wertgeschätzt. In der Neuzeit haben wir eine Wende hin zum Individuum gezogen. Wir Katholiken würden darauf antworten, dass beides wichtig ist, das Individuum und die Gemeinschaft. Das sind keine Gegensätze. Ohne die Kirche gäbe es keine Christen, auch wenn unser Zeitgeist etwas anderes vorlügt. Wir brauchen die Kirche ebenso wie jeder Mensch eine Mutter braucht, um zu existieren.

Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

Aber Jesus hat auch eine Lanze für das Individuum gebrochen, denn er sagt, dass es nicht nur um das Gebäude des Tempels geht, sondern um seinen Leib. Er ist Tempel Gottes, Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, Engel Gottes steigen über ihm auf und nieder. Paulus folgert dann später, dass unser Leib ein Tempel Gottes ist, weil wir Anteil an Christus haben durch die Taufe. Der Heilige Geist wohnt in uns. Es geht also auch um jeden einzelnen persönlich. Der Leib ist nicht etwas Äußerliches, sondern er ist unsere Identität. In genau diesem Leib will Gott wohnen.

Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

Jesus hat den Tempel von Jerusalem von aller Unreinheit reinigen wollen. Paulus sagt, dass wir den Tempel unseres Leibes rein halten sollen. Jesus sagt: Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen. Durch uns will Gott in der Welt wohnen, und wir sollen sein Zeugnis in uns nicht durch Unreinheit verdunkeln.

Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

Die Gegenwart Gottes wirkt sich geistig und leiblich aus. Sie wird spürbar. Und sie wird sogar nicht nur spürbar in unserem Leib, in unseren Erfahrungen und selbst in unseren Gefühlen, diese Gegenwart Gottes wirkt sich aus auf die materielle Welt. Wir spüren, dass eine Kirche ein heiliger Ort ist, der geprägt ist von der Gegenwart Gottes im Tabernakel. Durch die Weihe werden die Kirchen für den ausschließlichen gottesdienstlichen Gebrauch gewidmet. Gott nimmt sozusagen Besitz davon und heiligt diesen Ort durch seine besondere Gegenwart. Auch hier können wir wieder sagen: Der Mensch wird geheiligt, aber auch die Kirche wird geheiligt. Es ist kein Gegensatz, sondern das eine geht nicht ohne das andere.

Gebet:

Jesus, ich danke dir für alle deine Kirchen, die heilige Orte sind, weil du dort wohnst. Ich danke dir auch dafür, dass du uns als deine lebendige Tempel erwählt hast, dass du in uns wohnst und wir dich in der Welt präsent machen dürfen. Bitte reinige uns, so wie du den Tempel gereinigt hast, damit nichts in uns deine Gegenwart verdunkelt.

Pastor Roland Bohnen

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