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Tagesimpuls

Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm. (Lk 17,17)

32 Woche im Jahreskreis Mittwoch

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 17, 11–19

Es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.
Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen.
Sie blieben in der Ferne stehen
und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!
Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah: Während sie hingingen, wurden sie rein.
Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme.
Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter.
Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun?
Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?
Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

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Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm. (Lk 17,17)

In diesem Evangelium werde ich daran erinnert, wie wichtig es ist, Gott zu danken. Der Psychologe Viktor Frankl hat einmal gesagt: Glück ist, was einem erspart bleibt. Man sollte also immer dankbar daran denken, welches Leid einen nicht getroffen hat, und was man an Gutem bekommen hat, was viele andere Menschen nicht haben. Wenn ich z.B. krank bin, soll ich nicht klagen, wieso mich die Krankheit getroffen hat, sondern ich soll dankbar sein, dass ich ein warmes Bett, gute Pflege und hochwertige medizinische Versorgung habe. Die Dankbarkeit macht glücklich.

Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm.

Ich kann nun ein Erlebnis von mir schildern, wie negative Gedanken ein ganzes Leben beeinträchtigen können. Ich hatte als Kind auch die Lebensweisheit gelernt: „Denk mal daran, wie viele Menschen es nicht so gut haben wie du!“ Aber irgendwann im Studium wurde uns gesagt, dass man diesen Satz nie sagen dürfte, um jemanden zu trösten. So habe ich mir – bewusst oder unbewusst, ich kann gar nicht verstehen, wieso – dieses „Verbot“ eingeprägt und diese Lebensweisheit über Bord geworfen. Vor kurzem entdecke ich diese Lebensweisheit wieder in dem Buch von Elisabeth Lukas, und ich ärgere mich und ich bedauere, wieso ich mich von so einer unsinnigen Ideologie so lange habe prägen lassen. Heute widersage ich diesem falschen Denken, dass man nicht auf das viele Leid hinweisen dürfte, was einem erspart geblieben ist. Aber das war die Pastoraltheologie der 80er Jahre.

Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm.

Wir sollen immer dankbar dafür sein, was wir alles haben und daran denken, dass es auch ganz anders sein könnte. Das soll nicht zu einem falschen Vergleichen führen. Ich muss auch deswegen nicht Menschen in ärmeren Ländern bedauern. Vielleicht haben die ärmeren Menschen viel mehr als ich habe, auf einer anderen Ebene. Also kein falsches Vergleichen, aber Dankbarkeit für das viele, was nicht selbstverständlich ist! Und wir dürfen uns gern ein Beispiel an dem Geheilten nehmen: Er lobte Gott mit lauter Stimme!

Gebet:

Jesus, ich kann nicht genug dankbar sein. Ich habe dir zu wenig gedankt. Gerade in Zeiten, wo ich Schwierigkeiten erlebe, sollte ich dir mehr danken, und ich will das auch. Immerhin hindern mich die Schwierigkeiten nicht daran, für dich zu leben und zu wirken. Vor allem bin ich auch dankbar für so viele Menschen, die mit mir gemeinsam für dein Reich leben und wirken.

Pastor Roland Bohnen

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2 Antworten auf „Er warf sich vor den Füßen Jesu auf das Angesicht und dankte ihm. (Lk 17,17)“

Dankbarkeit ist wichtig und macht glücklich. Mein Blick beim Lesen der Bibelstelle fällt jedoch immer auf diesen Satz „ Dein Glaube hat dich gerettet.“. Vorher wird von rein und geheilt gesprochen. Mich erfreut diese Stelle. „Rettung“ ist nach meinem Empfinden mehr als „Heilung“. Dankbarkeit und Umkehr macht schon einen Unterschied.

Ich danke ihnen von ganzem Herzen für diese (auch für die vielen anderen )Zeilen !!Dankbarkeit und Vertrauen in all meinen Lebenslagen will ich üben und bin dankbar dass ich üben darf .herzlich Hildegard

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