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Tagesimpuls

Weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. (Lk 19,44)

33 Woche im Jahreskreis Donnerstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 19, 41–44

In jener Zeit, als Jesus Jerusalem näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie
und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was Frieden bringt. Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.
Denn es werden Tage über dich kommen, in denen deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrängen.
Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein in dir auf dem andern lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

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Weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. (Lk 19,44)

Hier ist Heimsuchung positiv gemeint, wie z.B. auch bei „Maria Heimsuchung“. Wir benutzen es heute mehr negativ, z.B. „ich wurde von einem Unwetter heimgesucht“. Aber Heimsuchung ist nichts anderes als Besuch. Jemand besucht mich in meinem Heim, also zuhause. Maria besucht Elisabeth zuhause. Und Jesus – und damit Gott – besucht Jerusalem.

Weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

Auch wir werden von Gott „heimgesucht“, und unsere Herausforderung ist es: Erkennen wir ihn? Hier sehe ich, wie wichtig eine Übung ist, über die ich schon mal gesprochen habe: dass ich lerne, alles positiv zu sehen, oder das Positive in allen Dingen zu sehen. Ich mache mir abends, aber auch immer wieder im Laufe des Tages bewusst: Was habe ich heute Sinnvolles getan? Was ist heute Gutes geschehen? Das ist eine Übung der Dankbarkeit. Und wenn ich das praktiziere, dann kann ich besser erkennen: Wo hat Gott in meinem Leben gewirkt, wo hat er mich besucht?

Weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

Das „funktioniert“ nicht nur bei schönen Dingen. Ich kann auch in meiner Gewissenserforschung denken: „An dieser Stelle habe ich für eine Familie gebetet, der schreckliches Leid widerfahren ist. Ich habe das Leiden mit dem Leiden Jesu zusammengebracht und gebetet, dass Jesu Licht, seine Liebe und sein Frieden in diese Familie hineinkommt.“ Wenn ich dies getan habe, dann war das etwas Sinnvolles, und an dieser Stelle hat Jesus in meinem Leben gewirkt, da hat er mich besucht.

Weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

Jedes Mal, wenn ich an Jesus gedacht habe, wenn dadurch eine echte Begegnung zustande gekommen ist, dann kann ich das als einen Besuch von ihm werten. Denn noch bevor ich diesen Gedanken gefasst hatte, hat Jesus mich schon gerufen, und der Heilige Geist hat mein Herz gelenkt. Wir können also die Heimsuchung Jesu jeden Tag mehrmals erkennen, wenn unser Herz dafür offen ist. Wir werden ihn auch in manchem Leid erkennen. Und trotzdem dürfen wir sicher sein, dass Jesus viel Leid von uns abwendet, wenn wir seine Heimsuchungen täglich erkennen.

Gebet:

Jesus, Jerusalem hat dich nicht erkannt und wurde dann von sehr viel Unheil heimgesucht. Manches Unheil entsteht dadurch, dass wir dich aus den Augen verlieren. Anderes Unheil können wir nicht abwenden, aber auch darin besuchst du uns und schenkst uns sehr viel Licht, Liebe und Frieden. Auf jeden Fall wird unser Leben tiefer und reicher, wenn wir deine Heimsuchungen erkennen. Danke, dass du uns so nah bist.

Pastor Roland Bohnen

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Eine Antwort auf „Weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast. (Lk 19,44)“

Das Lesen dieses schönen Textes war auch eine Heimsuchung . Wieviel Gnade schenkt der Herr jeden Tag einem aufmerksamen und bereiten Herzen .
Danke Jesus

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