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Tagesimpuls

Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen. (Lk 10,24)

01 Woche im Advent Dienstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 10, 21–24

In jener Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand erkennt, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand erkennt, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht.
Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

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Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen. (Lk 10,24)

Jesus macht uns deutlich, wie groß das Privileg ist, das wir erfahren dürfen, indem er zu uns kommt. Ich bin ehrlich, auch wenn es wahrscheinlich nicht ganz durchdacht ist, aber es fühlt sich irgendwie ungerecht an. So viele Menschen, die vor Jesus gelebt haben, hatten keine Chance, Jesus kennenzulernen. Wenn wir weiterdenken, kommen wir zu dem Punkt, dass sehr vieles ungerecht ist, z.B. die Familie, in die wir hineingeboren sind, das Zeitalter, in dem wir geboren sind, der Ort, an dem wir geboren sind. Ob ich Mann oder Frau bin, welche Talente und Fähigkeiten ich besitze oder nicht besitze, ob ich gesund bin oder krank, all das ist „ungerecht“, wenn man Gerechtigkeit so verstehen würde, dass alles gleich sein müsste. Aber Gerechtigkeit muss dann etwas anderes sein, weil wir auf keinen Fall sagen können, dass Gott ungerecht ist. Aber was ist dann Gerechtigkeit, wenn es nicht Gleichheit ist?

Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen.

Eins ist sicher: Wir dürfen uns nicht vergleichen. Wir sollen in unserer Unterschiedlichkeit unsere Talente so einsetzen, dass einer dem anderen hilft, in Liebe. Das setzt voraus, dass wir unsere Talente, unsere Privilegien erkennen und dankbar annehmen. Und von allen Privilegien ist das Größte, dass wir Jesus kennenlernen durften! Das war den Menschen früherer Zeiten nicht gegeben, und das ist auch heute nicht allen gegeben.

Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen.

Wir dürfen die Mission nicht verunglimpfen, wie es in manchen Theologenkreisen geschieht. Wenn Missionare wie z.B. Franz Xaver in die ganze Welt reisten, weil sie ihren Glauben an Jesus als ein Vorrecht erkannten, dass sie unbedingt mit so vielen Menschen wie möglich teilen müssen, dann haben sie genau erkannt, wie viel ihnen geschenkt wurde, und was das für einen Auftrag für die Menschheit beinhaltet. Und so müsste es mit jedem von uns sein. Jeder von uns hat einen unermesslichen Auftrag für die Menschheit. Deswegen hat Jesus gesagt, wir sollen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen.

Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen.

Jesus zu kennen, ist das größte Vorrecht, was ein Mensch haben kann, aber es beinhaltet auch den größten Auftrag. Wir haben so viel mehr Potenzial, als wir denken. Wir können viel mehr bewirken, als wir vermuten. Wir dürfen einfach nicht schweigen von dem, was wir gesehen und gehört haben.

Gebet:

Jesus, es gibt so viele Kräfte, die uns zum Schweigen bringen, vor allem die Angst. Dazu kommt noch der Kleinglaube, dass wir zu wenig an dich und an uns glauben. Wir erkennen nicht die Größe des Geschenkes, das du uns gegeben hast und dass wir weitergeben dürfen. Bitte hilf uns, unser großes Privileg zu erkennen und den Menschen zu helfen, denen dies noch nicht gegeben wurde.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
Fax 02456 – 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
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3 Antworten auf „Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen. (Lk 10,24)“

Gebet:
Guter Gott, stärke Roland, er ist dein auserwählter Priester, ja komm mit Vollmacht und stärke, vermehren seinen Glauben.
Nimm alle Menschenfurcht von ihm.
HEILIGER GEIST KOMM MIT VOLLMACHT IN ROLANDS HERZ, Gib ihm neu dein Feuer der Liebe, des Friedens und der Freude

Guter Gott, bitte segne und stärke katholische Religionslehrer, dass sie die Schönheit des Glaubens vermitteln können und sie den Mut aufbringen den christlichen Glauben in den Mittelpunkt zu stellen und ihm die Größe geben die er verdient. Ich danke Dir für Deine große Barmherzigkeit.

Von Reinhard Dismas:
Ja, es ist ein sehr großes Privileg. Wir müssen Gott dankbar sein, daß wir hier in einem christlichen Europa geboren wurden und nicht zum Beispiel in Indien, Marokko oder Thailand. Dann wären wir jetzt sicherlich bemüht gute Hindus, Moslems oder Buddhisten zu sein.
Versetzen wir uns doch mal in die Lage der Menschen, die in einem dieser drei Kulturkreisen leben. Dann wären wir fest davon überzeugt, dass unsere Religionen die einzige mit dem wahren Glauben an Gott ist. Die Christen wären dann die bedauernswerten unwissenden “Ungläubigen“. Was wissen wir denn über die anderen Weltreligionen? Ich selber habe mich allenfalls etwas stärker im Koran belesen, aber über den Glauben von Buddhisten und Hindus bin ich nur oberflächlich informiert. Ist auch nicht weiter schlimm, denn wir glauben ja an Jesus und seine Frohe Botschaft, der einzig wahren Religion.
Bedanken wir uns bei Gott für alle, die uns behilflich waren dahin zu kommen, wie unsere Familie, Lehrer, Kirche, Freunde und unsere freiheitliche Gesellschaft. Wir sehen ja bei unseren Mitbürgern aus der ehemaligen DDR, wie prägend die knapp 45 Jahre in einer unfreihen rein materialistische Gesellschaft immer noch sind.
Wie sollen da die Menschen, aus einem tausende Jahre alten buddhistischen, hinduistischen oder moslemischen Kulturkreis zu Jesus finden? Sind sie gute Gläubige ihrer Religion, werden sie jede andere Religion ablehnen, so wie wir Christen die ihre ablehnen.
Ich glaube, Gott ist barmherzig und wird allen Menschen das ewige Leben schenken, die genau wie wir, ernsthaft versuchen Gott und jeden Menschen aus ganzem Herzen zu lieben, auch wenn sie nicht Gottes christlicher Familie angehören.
Vielen Dank an Pastor Bohnen für den Impuls und Gruß an Alle.
Bis dann 🙏🏾🌈🙏👍😊👋
Reinhard Dismas

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